Der Bauer zeigt dem Gereon, wie man’s macht: Energisch wird das Kalb auf die Seite gelegt, 3 Beine zusammengebunden, ein Knie (vorsichtig) auf den Hals, dann werden Vitamine gespritzt, eine Ohrmarke angebracht und je nach Bedarf kastriert und/oder enthornt. Mama schaut zu, mehr oder weniger aufgeregt. Dann darf Gereon auch mal, während der Bauer unvorsichtige Beobachter mal gleich eingefängt zur späteren Bearbeitung.
Und zack-zack, wird das Kalb zur Nummer. Am Anfang liegen sie einen Moment dumm rum, aber nach 5-10 Minuten ist alles wieder im grünen Bereich - Nr. 14 guckt schon wieder ganz interessiert.
Monthly Archive for March, 2004
Es fällt mir schwer, nicht wieder ellenlange Geschichten zu schreiben. Ich verstehe jetzt ein bisschen all die 9monate-Mamis, die sich ohne Ende über ihre Kinderchen auslassen. Bei uns ist es die diesjährige Kälberlieferung - sie sind schon arg nett, diese kleinen Viecher. Wir haben kürzlich innerhalb von 24 Stunden die Anzahl mehr als verdoppelt, von 7 auf 15, das wird jetzt wohl nicht mehr gehen, aber sie purzeln recht kontinuierlich und bis jetzt ohne Verluste aus ihren Mamas. Hier ein kleiner Überblick:
Und diese Abteilung heißt vorher, weil nachher die Männer mit den Gerätschaften kommen! Und bis auf das letzte sind dies alles von Gereon gemachte Fotos - er kann das wohl doch etwas netter als ich.
Zuerst ein kleiner Nachtrag: Es gibt ihn doch, den Elch in Bewegung:
.
Und dann fuhr ich neulich mal allein rum, und da traf ich auf diese Herrschaften:
. Schien so ‘ne Art Männergesangverein zu sein, vielleicht auch eine Selbsterfahrungsgruppe:
Was guckst du? Und warum hab ich ‘ne gelbe Ohrmarke, mein Kollege links hinter mir aber ‘ne grüne und der rechts hinter mir sogar ‘ne gelbe und ‘ne orange? Ist die Welt gerecht? Fragen über Fragen auch für die Bisons dieser Welt.
Oh, da sind ja noch mehr:
. Hört irgendwie gar nicht auf, liegt vielleicht am Mond
. Allerdings sehen diese Damen ohne Hörner und mit Ohrmarken deutlich dämlicher aus als die kernigen Kerle vom Anfang, oder? 
Hier zum Vergleich mal unser alter
und einer von drei jungen Charolais-Bullen
. Vor allem dieses Jungvolk ist mir nicht so ganz geheuer. Es gibt noch zwei rote von ähnlichem Kaliber, aber Gereon sagt, die beiden, South Devon ist die Rasse, sind eher gleichmütig und desinteressiert, während die weißen Halbstarken gern mal glotzen, bevor sie dann rückwärts gehen.
Und das ist die direkte Nahrungskonkurrenz für unsere Kühe: Wapitis, auch Hayburners genannt, auf dem Stoppelfeld nebenan. 
Ach ja, Zahlen und Fakten. Gestern in der Post ein Angebot: Bisonseiten, in handlichen Küchenstücken, gepackt und gefroren, $1,96 das Pfund (453 Gramm). Die Dinger sind nämlich seit BSE leider auch nichts mehr wert. Dagegen: Eine gegerbte Bisondecke oder -haut oder wie auch immer das korrekt heißt kostet $800. Schade eigentlich, die wollte ich, natürlich viel lieber als die Bratenstücke.
Vielleicht kommt es euch komisch vor, aber ich muss es einfach mal erwähnen: Ich hab ja jetzt wieder anständige “Klöös’chen”, “Knippchen” oder wie auch immer ihr die Dinger nennt, jedenfalls Küchenmesser. Und ich weiß ja nicht, womit ihr, die ihr in der Küche tätig seid, euer Gemüse schneidet, die Kartoffeln schält oder so. Aber ich merke gerade beim Kochen: Es geht ja nix über ein gutes, altmodisches, rostendes Windmühlenmesser! Ob ich jetzt Geld für Werbung krieg? Ich schreib das ja nur, weil ich so glücklich darüber bin, Zwiebeln wieder schneiden zu können und nicht sägen zu müssen - näh, wat is et schöön! Vielleicht könnte ich in ein florierendes Importgeschäft einsteigen?
Eine kleine Bildergeschichte für Insider, nicht unbedingt interessant für Outsider.
Nicht lange nach unserer Ankunft wurde mir klar, dass ich das eine oder andere vergessen hatte: Küchenmesser, Augentropfen, Pulsuhr etc.pp. Also bestellte ich so nach und nach bei meinem lieben daheimgebliebenen Kind Runa ein Paket. Das ging vor drei Wochen parallel mit einem Brief auf die Reise. Der Brief kam nach einer Woche an. Das Paket… oh weh! Blieb verschwunden. Doch heute, als der Herr Hö. und die Frau Hö. mal wieder in die Stadt reisten, was erspähen schon von weitem die Augen am Briefkasten: Parcel Service à la canadienne:
Große Freude allerorten, DOCH: weil Runa sich auserbeten hatte, dass beim Öffnen Fotos gemacht werden, beherrschte man sich den ganzen Tag lang, besuchte Bekannte, unterhielt sich prächtig, derweil das Paket im Auto wartete. Sogar eine Flasche Wein wurde zur Feier des Paket-Tages erworben. Kaum zu Hause angekommen, ging es aber los: Alles auf den Tisch geknallt, Kekse zur Stärkung parat gestellt (selbstgebacken!!), Gereons dickes Messer geholt, auf geht’s. Dieses
Bild wird nur unter Vorbehalt eingestellt. Oh Himmel, diese Falten (Gereon sagt, es ist der Rollkragen!). Aber ich ahne ja, für die Milderung dieser Falten wird unter anderem das Paket Sorge tragen. In der braunen Tüte übrigens ist, schamhaft versteckt wie hier üblich, die Weinflasche. Oh
Gudrun Sjöden, Lesestoff für stille Stunden. Oh Mist,
wer hat verklatscht, dass ich nicht so konsequent wie mein Mann bin und gerade heute morgen darüber gejammert hatte? Nun gibt’s keine Entschuldigungen mehr. Die Pulsuhr taucht auch auf. Häh,
wieso schickt die Oma angefangene Socken? Ah nein, jetzt dämmert’s! Aber erst weiter auspacken:
Aahh, Windmühlenmesser! Die Küche ist gerettet! Kartoffeln sind nun keine Bedrohung mehr, wie fein. Mist, nun scheint der Blitz nicht mehr zu funktionieren - oder leider doch
: Ein Kompass! Da kann auch mit geschlossenen Augen fast nix mehr schiefgehen. Bababa-bababa-bababanküberfall?
Wir verraten keinem, dass es derzeit plus 9 Grad ist und wir ohne Jacke und Schuhe vor der Haustür sitzen, weil es so ungewöhnlich mild ist. Es wird sicher wieder kälter, und durch dieses Ding kann man prima atmen. Und das dünne schwarze Teil - vielleicht sollte ich das in Anbetracht des ersten Petra-Fotos überhaupt immer haben, man sieht keine eine Falte! Aber der irre Blick zeigt
: Es wird alles gut - denn hier ist die Weleda-Anstaltspackung mit Cold Cream (war gerade wirklich alle), Augentropfen, Ölen aller Art gegen Falten an allen Orten. Zusammen mit dem Buch und der Pulsuhr werden spätestens in drei Monaten die Fotos wie eine Modestrecke wirken - wartet’s nur ab. Haben wir was vergessen? Oh ja, eine Anprobe fehlt ja noch:
Passt!! Die Nadeln wird man wohl rausnehmen müssen, aber ansonsten perfekt, nur das Model muss das Lächeln noch üben…
Herzlichen Dank von den Expeditionsteilnehmern, natürlich auch für die hier nicht namentlich erwähnten Inhalte!
…da wo Links steht, findet ihr ab sofort in der Tat ein paar mehr Links. Ich könnte z.B. in Zukunft auf Seiten über Grizzly-Bären verweisen, damit ich keine Bildchen klauen muss und dennoch euch erzählen kann, dass es - anders als man mir ursprünglich hat weismachen wollen - diese Biester hier doch auch gibt! Finde ich ja nicht so wirklich lustig. In den letzten Tagen musste ich mir von drei einheimischen Männern und einer Frau unterschiedliche Bärengeschichten anhören. Ich will jetzt schießen lernen! Aber ganz am Schluss sagen sie immer: “Oh don’t worry! Usually they don’t like people and go away!” Aber sie sagen auch so was wie: “Oh, you’ve got a little dog? Well, might be good - might be bad.” Das soll mir bedeuten, falls der kleine Hund einen Bären sieht und sich erschrickt und mir auf den Arm springt, kann es sein, dass der Bär hinterherspringt. Na ja. Schaun mer mal.
Ich wollte auch eigentlich schreiben: Links ab sofort links. Wer genauer wissen möchte, wo er/sie uns denn mal besuchen kann, der schaue sich die Karte an, dort am unteren halb-rechten Ende (ALSO südsüdöstlich) findet man Bezanson und Debolt. Ziemlich genau in der Mitte zwischen diesen beiden entzückenden Siedlungen geht die Goodwin Road (nicht eingezeichnet) nach Norden, und nach 9 1/2 Meilen biegt man links (NACH WESTEN) zu uns ab.
Ich empfehle übrigens dringend, die beiden Orte auf der interaktiven Karte auch mal anzuklicken - ich könnte mich schlapplachen, nachdem ich das nun getan habe. Bitte beachtet die Einwohnerzahlen! Und ich kann nur sagen - Bilder lügen praktisch fast überhaupt kaum. Schade, dass nicht das Debolt Hotel abgebildet ist, ein Symbol internationalen Flairs. Oder auch das Blue Apple Cafe, das mich fatal an das Bagdad Cafe in Out of Rosenheim erinnert. Aber Bezanson’s General Store gibt eine kleine Idee von der Weltläufigkeit dieser urbanen Zentren in unserer Nähe. Dennoch: Jedesmal, wenn wir hinfahren, find ich es klasse, ich fühle mich wie mitten in einem Kinofilm, aber es ist alles echt - unglaublich!




















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