Nur, damit ihr einen Eindruck habt, wie elegant sich “unser Zora” inzwischen ausgewachsen hat. Es macht ja gern Yoga-artige Verrenkungen, das Zora. Und es hält sich brav an Sofa- und Bettverbot, jawohl! Aber anlehnen muss es sich meist. Leider ist es im Moment wieder gehbehindert (3-Bein-Modus), weil es sich (mal wieder) in den Fuß geschnitten hat irgendwo.
Im Vordergrund übrigens das Spinnrad. Mit der Wolle von Lisa’s Lamb drauf und in Arbeit - alles sehr spannend. Ich hab noch nicht genug zum Vorzeigen, aber es macht einen Riesenspaß, das Kardieren und das Spinnen. Und weil ich diese letzte Shetland-Wolle anscheinend nicht so ganz heiß gewaschen habe, ist es auch - wegen des verbleibenden Wollfettes - sehr schön für die Hände, immer gut gefettet.

Monthly Archive for February, 2006
Leider kann ich gerade kein Bild hochladen, doch ich wollte kurz berichten, politisch sozusagen, dass wir alle hier in Alberta, die wir im Jahr 2004 eine Steuererklärung abgegeben haben, pro Person $400 so genannte “Ralph Bucks” bekommen haben. Kurz zur Erinnerung: der konservative Ministerpräsident der Provinz heißt Ralph Klein. Es schadet seinem Ansehen anscheinend nicht, dass er öffentlich verkündet, dass es ihm viel besser geht, seit er nicht mehr exzessiv trinkt und nur noch selten einen Kater hat…
Die Provinz ist also so reich, dass sie, begleitet von einem freundlichen Dankesschreiben für den Beitrag zum Aufbau der Provinz, jedem Bürger einen Scheck geschickt hat. Oh Manno! Haben wir natürlich dankend entgegengenommen, $800 für nix, ist ja fein.
Heute morgen hörte ich in den Nachrichten, dass die Provinz aber nach wie vor im Geld schwimmt. Man spricht von einem HaushaltsÜBERSCHUSS von 14 Milliarden Dollar (das muss man ganz langsam sprechen, vorstellen kann man es sich ja schlecht).
Derweil schneit es draußen, Uli-Pilot ist sozusagen im Anmarsch, er wird wohl sonniges Winterwetter bekommen, nicht schlecht, Herr Specht! Auf dem Herd köchelt die Putensuppe, gleich fahr ich wieder in die Stadt, um ein Darlehen betteln, und alles in allem ist das Leben gerade mal gut.
7:39, draußen bläst der Wind den Schnee gegen die Haustür - zur Abwechslung mal sieht es nach Winter aus, und fallende Temperaturen werden gemeldet. Am Wochenende aber sind wir nochmal, ich zum ersten Mal, zum Snipe Lake gefahren, das anvisierte Grundstück erforschen. Windig zwar, doch wunderbares Wetter, so dass wir nach einem kurzen Blick mit Bob und den Nachbarn Jim und Clara erstmal zum Snipe Lake, nur ein paar Straßenkilometer bzw. etwa 2 km Luftlinie entfernt, gefahren sind, um zu picknicken. Der See ist gefroren, doch überwiegend schneefrei, etwa 9 km von Norden nach Süden, 7 km an der breitesten Stelle von Ost nach West. Bilder ohne viel Kommentar.





Clara und Jimmy düsten heim, und wir wanderten los, auf das Land, zuerst entlang der N-S Grundstücksgrenze, die freigeschnitten ist, weil dort offensichtlich ein Trapper entlang arbeitet. Dann tiefer hinein nach Osten, über große zugefrorene Biberteiche, durch dichten Busch, Nadel- und Laubholz, Birkenbestände, jede Menge Balsamtanne, rauf und runter über die doughnut-artigen Höhen und Tiefen. 
Was im Hintergrund aussieht wie ein Haufen Zweige, ist eine der Biberburgen, ziemlich dicke Dinger 
Und wenn die Bäume ab sind, frühstücken die Biber die Rinde
Ein völlig mit Old Man’s Beard (einer Flechte) überwachsener Baum.
Im Hintergrund sieht man schön, wie gestaffelt die Balsamtannen im Alter sind (und die RIECHEN vielleicht lecker!)



Nun will die Bank überzeugt werden! Heute mach ein Seminar zum Thema “Environmental Farm Plan” (Umweltplan für die Land- und Forstwirtschaft), Bob hat beschlossen, das muss sein. Er ist sehr engagiert, weil er ziemlich begeistert ist von dem Land mit seinen alten Bäumen, und wir sind froh darüber - er kennt tausend Leute und kann natürlich viel besser reden als wir.
Gereon arbeitet in der Nachbarschaft in einer Firma, die riesige Tanks für die Ölindustrie, aber auch als Weizensilos schweißt. Kein Traumjob, aber es kommt Geld rein. Und er kann viele Überstunden machen.
Es gab so gar nicht viel zu berichten in der letzten Zeit. Wir hatten uns ein Stück Land angeschaut südlich von Valleyview, also etwa 80 km von hier entfernt, eher in Richtung Edmonton, aber der Preis ist wohl zu hoch, obwohl uns das Land sehr gut gefiel. Gereon hat noch keine neue Stelle, er hat einige Kurse gemacht, die hier üblicherweise verlangt werden und sucht nun. Ich wurschtele so vor mich hin, es gibt immer noch jede Menge Kisten, und manches lade ich schon wieder zurück in den Container, weil es im Moment nicht gebraucht wird.
Gestern aber dann tauchte in den Immobilienanzeigen ein Stück Land wieder auf, das wir bereits abgeschrieben hatten. Wiederum “hinter” Valleyview, etwa 90 km von hier, zwei “bush quarters”, also knapp 320 Hektar Busch, in der Nähe eines größeren Sees. Gereon und Nachbar Bob Cameron sind heute gleich los, um das Gelände zu inspizieren, und Gereon ist ganz angetan. Birkenbestände, was hier eher selten ist; dicke alte Bäume, Urwald also, was es leider auch nicht mehr so oft gibt (weil die Kanader ja alles abholzen - hatte ich schon mal gegreint???), Vielfalt und unterschiedliche Altersstufen. Jetzt geht der Gang durch die Behörden wieder los, Maklertermin, Banktermin, Anwalt, alles ganz schön aufregend. Ich bitte um heftige Daumendrückung. Dafür gibt’s auch Bilder. Wie man auf dem ersten sieht, ist eine Holzfällertruppe schon vor Ort tätig.
Durchaus ansehnliche Birken
Natürlich auch Aspen
und Wasser (damit sicher auch ca. 20 Moskitos im Sommer) 
Recent Comments