Guck ich gerade zum Fenster raus, bin noch gar nicht richtig wach, es ist viertel nach sieben, sehe ich das: 

Verdurri! Hab ich gleich meine Hunde gezählt, waren alle drinnen. Wollte eigentlich gerade raus, die Hühner rauslassen, die Ziegen füttern etc.pp. Gestern hatten mir die Nachbarsfrauen noch wieder Bärengeschichten erzählt, und ich hatte im Stillen wieder gedacht, dass die sicher übertreiben, man sieht doch kaum einen. Aber gestern hatten wir schon unterwegs einen gesehen.
Als er dann Richtung Haus kam, hab ich mal an die Scheibe geklopft, da isser abgehauen. Jetzt muss ich aber raus, die Tiere versorgen - klapper-zitter-bibber! Ich glaub, ich will als nächstes schiessen lernen, bitte sehr!
Monthly Archive for May, 2006
Schnell ein kleines Update, während es draußen in Strömen regnet und auch mal wieder heftig windet - kein erfreuliches Wetter, obwohl der Regen nach wie vor benötigt wird.
Am Sonntag begann pünktlich der Kükenschlupft :-)), da hab ich aber noch keine schönen Bilder, und es werden noch weitere Küken erwartet. Das Wetter war entgegen Wetterberichtsandrohungen gut. Chris und David trudelten schon gegen Mittag ein, ein Segen, weil Chris meine Organisationsmängel geschickt ausgeglichen hat. Bob kam auch früher als geplant, und so begann man, draußen auf Bienenkästen in Sonne bzw. Schatten zu sitzen. So blieb es dann auch: mehr Bienenkästen, Bretter, der Sonnenschirm, und drinnen eine hübsche, jedoch leere Tafel, die dann flugs zum Buffet umfunktioniert wurde. Was machten wir bloß ohne Bienenkästen? Ausgesprochen praktische Dinger, brauchbar als Hocker, Regale, Tischchen, die Deckel als Tabletts. 
Gestern war hier Victoria Day, ein offizieller Feiertag. Also Picknick eingepackt (gut, dass soviel übrig war!) und auf zum Snipe Lake, im strahlenden Sonnenschein und ziemlicher Hitze. Hier sind die kürzlich geschleppten Stangen, mit Mann und auch mit Baumhund (Nini hat einen Hang zum Balancieren entwickelt, während Zora sich in den seltsamsten Positionen um die Stangen oder auch um andere Holzteile zu wickeln versucht, muss man nicht verstehen)
Nachdem ich ein bisschen weiter den Garten umgegraben hatte, haben wir glücklicherweise getauscht. Manno, Garten aus Wald ist kein Spaß, und es war sehr beruhigend, dass auch Gereon nach recht kurzer Zeit einen tomatenroten Kopf hatte. Ich dagegen durfte Stangen schälen, wie früher in Tipi-Zeiten. Das macht Spaß
Und dann kam ganz schnell und unerwartet der große Moment: Gereon hat mit den frisch gekauften diversen Lochspaten und -bohrern ein Loch gebuddelt und es erfolgte die Grundpfostensetzung
Dies soll nun der Anfang unseres Pole Shed sein, des provisorischen Planengebäudes. 20 x 40 Fuß, sieht abgesteckt plötzlich ziemlich groß aus, vor allem, weil die Stangen mittendrin liegen.
Als wir heute morgen um 5 wach wurden, stürmte es schon wieder, und nun schüttet es auch wie aus Kübeln. Hatten wir aber Glück gehabt!!!
Also, jetzt kann ja niemand über zu wenige Bilder meckern. Diese hier sind sozusagen warm aus der Kamera. Weil wir am Snipe Lake viel Wasser haben, blühen dort auch schöne Blümchen
Vielleicht ist ein Wasser- oder Sumpfgarten das einfachste, muss ich mal drüber nachdenken. Ich sehe Astilben, Rodgersien (?) und so andere Dinger, deren Namen ich vergessen habe, Mist.
Heute fuhren also Larry mit seinen beiden jüngeren Söhnen und Gereon und die Pferde zum Snipe Lake („Farm“ nennen es hier die Bekannten und Nachbarn - lässt mich erstaunt gucken, ist doch (noch) nix zu sehen außer Busch!). Gereon hatte neulich schon Bäume für Stangen gefällt, und heute wurde gerückt. Larry hängt also an, und dann geht es mit Schwung über Stock und wenig Stein 
Im Gänsemarsch geht es durch die recht dicht stehenden Bäume, wo Gereon aber so eine Art Rückegasse freigeschlagen hatte
Nach 2 Stunden Arbeit pro Pferd wird erst mal ein Schlückchen genommen - gut, dass wir soviel Wasser haben.
Und zurück zur Arbeit
Etwa 60 Stangen haben sie geschafft, die Mannen. Nicht schlecht!
Kleine Hintergrundinfo: Larry und Sue betreiben den Bio-Hof, mit dem wir uns den Stand auf dem Farmers Markt in Grande Prairie teilen. Larry kommt aus Südalberta und erzählte uns, dass da, wo er herkommt, man zwei Tage reiten konnte, ohne ein Haus zu sehen. Hier findet er es recht dicht bevölkert… Larry ist Hufschmied und mit Rindern und Pferden groß geworden. 20 Jahre lang und bis vor knapp 2 Jahren hat er auch beruflich Pferde trainiert. Dann bockte ihn eines ab, er fiel unglücklich und brach sich einen Halswirbel. Glücklicherweise nicht ganz durch, wohl nur an, und nach langen Monaten im Korsett, aber nicht liegend, ist er nun wieder ganz fit. Worüber nicht zuletzt auch wir uns sehr freuen! Und dann fragt mich Gereon immer mal wieder, warum ich denn Angst vorm Reiten habe…
30°. Das ist ziemlich warm, auch für kurzhaarige Hunde. Und so liegen die beiden Großen einträchtig im Schatten
Zora ist immer etwas zänkisch 
Wir haben Weidenhonig geschleudert, wenig nur, aber interessant. Heute ist Gereon mit Larry King und den Pferden zum Snipe Lake unterwegs, Holz rücken für unser Pole Shed, ein provisorisches Gebäude aus Stangen und Plane, in dem wir hoffen, Zeugs unterbringen zu können. Gereon will auch da schlafen - ich bin mir noch nicht so sicher. Gestern tauchte ein Licht am Horizont auf in Form der Neuigkeit von Hanna, dass sie einen Wohnwagen haben, den wir leihen könnten. Da hätte man wenigstens die Illusion der Bärensicherheit…
In Banff hat ein Bär einen Radfahrer gejagt und gefangen. Der Radfahrer hat überlebt - der Bär natürlich nicht. Aber der Herr Hö. sagt, wir schiessen nur, wenn es unvermeidlich ist.
Billy hält Ausschau. Das neue „Ranchtor“ ist fertig.
Was kommt nun? Nachbar George spannt den Viehanhänger an, dann fahren wir zu Palsers, einladen. Zuhause VORSICHTIG ausladen
Wenn es das Halfter anhat, ist es ganz brav und lässt sich gut führen, so sagten uns Palsers. Nun ja, seht selbst!
Es hat ganz schön Schwung in der Hinterhand, das Lila-Lama. Doch dann steht es fein hinterm neuen Ranchtor, sicherheitshalber noch angebunden, aber „Lamas springen nicht“, sagten Palsers auch.
Sekunden später sprang es dann, erst in die Raufe, die dem Ansturm nicht standhielt, dann kurze Zeit später, wohl durch den kleinen Hund erschreckt, halb auf den Zaun, mit dem Kopf knallte es unters Blechdach, das nun ein bisschen verbogen ist. Mmmmh, was tun? Bruthühner umquartieren, Lama in Ziegenstall sperren. Wenn das Lama übrigens sinniert, sagt es auch „mmhhh!“. Da verbrachte es dann die Nacht und leider den heutigen Tag im Halbdunkel, weil wir nicht hier waren. Aber heute abend wurde dann weiter gebastelt.
Nun ist es hinter einer „Verparrung“ verbarrikadiert und findet das ganz spannend. Es frisst Hafer aus der Schüssel, lässt sich ein ganz klein bisschen kraulen und macht ansonsten interessante Verrenkungen mit seinem langen Hals, dabei bleibt dann oft ein Ohr im Stall
Was braucht der Mensch einen Fernseher, wenn er einen „Travelling Zoo“ hat, wie die Nachbarin formulierte.
Zwei kleine Geschichtchen aus der “Wildnis”, aus verständlichen Gründen ohne Bilder. Soeben höre ich in den Nachrichten, dass in Peace River, sozusagen in unserer Gegend, gestern abend ein junger Schwarzbär durch den Eingang eines Supermarktes marschierte, zielstrebig Richtung Bäckertheke wanderte und dabei schon den einen oder anderen Snack aus den Regalen fischte. Die Mitarbeiter waren schließlich in der Lage, in wieder raus zu bugsieren.
Am Wochenende war ich auf der Bibliothekarskonferenz in Jasper - Luxus!!! Will ich hier gar nicht ausbreiten, war aber sehr schön. Als wir schließlich Sonntag abend gen Heimat fuhren, gab es mal wieder (das ist sozusagen die Norm) ausgangs Jasper einen kleinen Autoauflauf, weil alles voller Wapitis war. Plötzlich löste sich eines aus der Gruppe (von etwa 25 Tieren), überquerte - natürlich ohne zu gucken - die Straße und wirkte sehr aufgeregt. Wir hielten sinnvollerweise an, und ein neben uns geparkter Autofahrer wies uns auf den Grund des Aufruhrs hin: Ein Rudel Wölfe hatte ein Wapiti anscheinend ausgeguckt und zu jagen begonnen. Dieses hatte sich mitten in den - übrigens extrem niedrigen - Athabasca River geflüchtet. Wir hatten zum Glück ein Fernglas, und so konnten wir beobachten, wie die zwei schwarzen und ein weißer Wolf auf einer Kiesbank herumlungerten und hofften, das Wapiti käme vielleicht dummerweise wieder aus dem Wasser. Plötzlich sahen wir Bewegung am weit entfernten anderen Flussufer: 3 weitere Wölfe überquerten den Fluss Richtung Wapiti. Kommentar von Kollegin Yvonne: Nie hätte ich gedacht, dass National Geographic mal live vor meinen Augen passiert! Passieren tat dann aber nix - die Wölfe, von einer wachsenden Gruppe Passanten beobachtet, zogen schließlich unverrichteterdinge wieder ab. Doch das Fernglas zeigte uns, dass die tatsächlich enorm groß sind, ich hatte es ja nicht geglaubt, doch nun hab ich’s “in echt” gesehen.
Nur nebenbei will ich erwähnen, dass wir bei unserer morgendlichen schnellen Wanderung um den See am vornehmen Jasper Park Lodge von einer dicken Wapiti-Dame bedroht wurden, die beim Frühstück nicht gestört werden wollte!
Soviel zur Wildnis in der Nachbarschaft.
Hier ist inzwischen anscheinend mindestens ein Huhn der dicken Annie zum Opfer gefallen. Zwei Zwerghühnchen brüten massenweise Eier aller Größen aus. Guste wird runder. Der Zaun für Lila das Lama ist fast fertig, UND ich habe gestern meinen Büchereijob mit einem lachenden und einem weinenden Auge gekündigt. Mein Board hatte mich ja ziemlich gezankt, und nun werde ich in Valleyview anfangen, mehr Fahrerei, bis wir hoffentlich Ende Sommer umgezogen sind, doch etwas mehr Geld, allerdings anfangs weniger Stunden. It will all work out - so hofft man.
Mehr Bilder beim nächsten Mal.
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