Monthly Archive for July, 2006

How I spent my summer vacation

Gereon hat jetzt theoretisch 6 Wochen Urlaub. Nun soll es also wirklich zur Sache gehen. Unser baldiger Umzug an den Snipe Lake wird mit Macht betrieben. Leicht behindernd wirkt die Tatsache, dass die Bienen nun gerade auch ihre fleißigste Zeit haben. Am Freitag haben wir knapp 500kg Honig geschleudert, und kaum dreht man sich mal um, ist schon wieder ähnlich viel in den Kästen. Ein Glück, dass wir unsere neue Schleuder haben!! 30 Rähmchen auf einmal, nicht nur vier und dann auch noch wenden! Was für ein Segen.
Donnerstag haben wir noch Heu gekriegt, die Ziegen haben fleißig stapeln geholfen
Am Samstag dann ich arbeiten, Gereon und Bussemeiers und Bob zum Snipe Lake, die einen mit Kanu zum Angeln, die anderen ohne Kanu zum Arbeiten. Mit dem Angeln war es nicht erfolgreich, aber dafür ist die Sommerküche schon erkennbar. Und auch den Camper kann man sehen, den wir großzügigerweise von meiner Kollegin Pat geliehen bekommen haben. Hanna und die Burschen sind erschöpft von der Hitze Zora hat eine prima Möglichkeit der Abkühlung gefunden Ich war einfach nur schlapp Aber Hanna steht schon wieder am Herd – gute Frau!
Am 1. August wird Anabel hier eintrudeln, unsere mutige Helferin aus Deutschland. Dann werden wir hoffentlich schnell Kisten packen, den Container transportieren lassen (oh Graus, das wird nochmal teuer) und hoffentlich noch einen oder zwei Camper bekommen und dann alle in die Wagenburg an den See umziehen. Ach ja, noch schnell alle Hühner und Ziegen rüber transportieren, und schon fertig. Ist doch alles ganz einfach, irgendwie, vielleicht, oder vielleicht nicht?

Wundersames Alberta!

Immer wieder bin ich erstaunt über dieses Alberta. Gerade ist es wieder in den Nachrichten: Ralph Klein überlegt, den albertanischen Bürgern wieder mal $400 pro Nase auszuzahlen, weil nämlich der diesjährige Budgetüberschuss NOCH MEHR ist als letztes Jahr, nämlich $8.7 Milliarden.
Unsere Vermieterin sagte mir, unter $26/Stunde fängt bei ihnen im Grader-Business (das sind die Leute, die die Schotterstrassen immer wieder aufarbeiten) gar keiner an. In den Fast-Food-Restaurants in Grande Prairie werden inzwischen wohl etwa 12 und 20 Dollar die Stunde gezahlt, eine andere Nachbarin erzählte mir, dass im IGA-Supermarkt für’s Regale-Einräumen zwischen $17 und $25 bezahlt werden. Zum Vergleich: der arme Gereon arbeitet für $19, weil diese Firma hier das letzte ist, lohntechnisch. Nur eben sehr nah und sehr günstig, weil er für uns so allerhand basteln kann dort. Z.B. für etwa $500 ein Deck für auf den LKW, das ihn in der Stadt etwa $7000 Dollar gekostet hätte.
Und auch noch: Kollegen von Gereon waren am Wochenende in der Stadt in einem Restaurant. Das Restaurant war nur zur Hälfte in Betrieb, weil sie keine Leute bekommen können. Unsere Bücherei hier in DeBolt hat gar keine Sommeraushilfe bekommen können, weil sie nur $9 oder so zahlen wollen/können.
Und auch noch: Ex-Fast-US-Präsident Al Gore hat Alberta wegen der Oil-Sands-Produktion gerügt: um 1 Barrel Öl zu produzieren, wird soviel Erdgas verbraucht, dass man ein Haus damit 4 Tage heizen könnte (und effizient sind die hier nicht!). Ralph Klein, Ministerpräsident, findet das natürlich alles Quark, kann er gar nicht verstehen, was das soll. Autos müssen schließlich fahren. Jetzt in der Hitze natürlich immer an, wegen der Klimaanlage, is ja klar.

Sommerhitze

Am Samstag war Canada Day. Langes Wochenende. Man fährt auf’s Land, sozusagen. Oder an den Fluss. Es war arg warm. Die kleinen Ziegen verstecken sich im Schatten unter dem Hühnerställchen, zusammen mit den Kükelchen Alles ist platt und lahm. Doch abends riefen Morrisons an: Habt ihr Lust auf eine kleine Bootstour? Na klar. Also rumpelten wir so gegen 19.00 Uhr durch den Morrisonschen Wald, unglaublich, was so ein Truck so alles schafft. In Flussnähe hängte George das dort geparkte Bötchen an, und dann ging es runter zum „Morrison-Beach“. Morrisons haben das Glück, dass ihr Land tatsächlich bis an den Fluss geht – das ist der pure Luxus. Boot abladen, einsteigen und los, nach Norden, flussabwärts, wo die Morrison-Familie ein Camp hat. Geht ganz schön ab, das kleine Ding! Viele Familien haben hier Boote, auch ganz schön schnelle, die natürlich – Oh Canada! - dicke Motoren haben und jede Menge Sprit verbrauchen. Im Camp waren schon einige Familienmitglieder versammelt. Muss man nicht viel zu sagen, sind Männer, und Jäger. Die beiden Magnums hier im Anschlag richten sich keineswegs auf einen gefährlichen Eindringling, sondern – auf eine Maus! Wurde jedoch nicht erlegt. Nur vier dicke Löcher im Häuschen – für weitere Mäuse wahrscheinlich. Auf dem Rückweg, es war schon fast elf, fand dann wieder das interessante Bootsverladen statt. Hoffentlich könnt ihr was erkennen George fährt mit dem Truck so weit ins Wasser, dass der Motor gerade noch läuft, und dann - auf George’s Kommando: “Giv’er!” (kurz für “Give her!” frei übersetzt: Gib Gummi! Autos, Motoren, Maschinen sind weiblich, hatte ich das schon mal erwähnt? Auch das Wetter ist weiblich: She’s hot. Oder, vielleicht besser: She’s raining good. Jahah. So sprechen die hier.) fährt man mit dem Boot auf den Anhänger – sehr lustig. Der Mond schien auch, ein bisschen kitschig ist das schon, muss man sagen, und sehr schön!

Zu Hause steht inzwischen der Truck mit dem Bauholz, d.h. Bauholz 2. Klasse, für Ziegengatter (bzw. Gartenschutzzäune) und Hundehütten, und und und. Gereon hat gestern ohne Ende gesägt, immer so lange, bis die Säge wegen der Hitze mal pausieren wollte. Aus dem Holz kann man auch eine Ziegenwippe machen ;-) Blieb natürlich nicht lange leer. Wir haben bestimmt eine Stunde Ziegen-TV geguckt, umwerfend! Es gab interessante Unfälle und jede Menge Spaß.

100 Waldbrände in Saskatchewan, 4000 Leute evakuiert in Tumbleridge, B.C. Das ist der Sommer in Kanadas Westen. Es ist richtig warm, und für heute werden schwere Gewitter angesagt. Jeder Regen wäre uns recht, dann nähmen wir auch die Gewitter mit. Doch natürlich mache ich mir hin und wieder auch etwas Gedanken wegen unseres schönen Waldes. Unser neuer Bekannter, ein ehemaliger Österreicher, der 30 km südlich von unserem Land auf einem so genannten „Lookout tower“ Dienst tut, also die Umgegend permanent auf Waldbrände absucht, hatte neulich 8 Brände gemeldet. Passiert natürlich bei Gewitter leicht, der Blitz schlägt ein, der Baum geht in Flammen auf, aber anscheinend bleibt es häufig bei dem einen Baum. Wenn es aber windig ist, so wie in letzter Zeit häufig, und die Bedingungen sind passend, dann brennt es natürlich wie Zunder. Ich bin immer froh, dass unser Land nicht so trocken ist. Und bis Freitag wird für jeden Tag zumindest die Aussicht auf Regen gemeldet. Sollte uns sehr recht sein.