Dies ist jetzt erstmal mein letzter Eintrag, bis ich denn wieder einen Computer angeschlossen habe. Keiner weiß, wann. Ich habe grenzenlose Achtung vor Menschen, die alle naslang umziehen, und das in einer irgendwie organisierten Weise. Dies ist mir nicht gegeben, das wird völlig offenbar. Heute und morgen müssen wir noch überstehen, und morgen abend müssen wir hier alles leer und einigermaßen sauber haben. Noch immer weiß ich nicht wirklich, wie und ob es klappen wird, doch Anabel, die gute, sagt, wir schaffen das. Nun denn. Selbst der Herr Hö. ist etwas hinten gegen mit den Nerven, was ich bisher noch nicht erlebt hatte (oder vielleicht verdrängt?).
Jedenfalls, wer liest, möge uns telepathotisch unterstützen. Die neue Telefonnummer teile ich gern auf Anfrage mit. Dito Postanschrift. Jetzt spinnt auch noch das Wetter albertanisch, d.h. es schwankt zwischen heiß und Regenschauern, ganz entzückend. Das Gerümpel wächst sofort nach dem Ausräumen nach. Nichts ist da, wo man es vermutet. Ich danke Maren für ihre weise Aussage, dass es immer erstmal ganz voll wird, bevor es ganz leer wird. Daran hab ich mich ein bisschen festgehalten, hat auch etwas geholfen, und es wird jetzt tatsächlich leer.
Dem Herrn Hö. habe ich das Versprechen abgenommen, dass ich nie wieder umziehen muss, es sei denn von einem eigenen Haus zum nächsten, 0.5 km weiter, eine Tasse pro Tag oder mit Billys Hilfe 2 Tassen pro Tag von Hand transportieren. Alles andere lehne ich nunmehr ab.
Und damit es nicht langweilig wird, bekommen wir am Samstag voraussichtlich noch zwei Pensionsziegen zum Melken für etwa ein Jahr und holen hoffentlich, das aber als Belohnung, am Sonntag die bereits Mafalda getaufte neue Saanenziege von Glausers ab, die dann hoffentlich Gustes Platz füllen wird - obwohl, das geht ja gar nicht. Die Gute Guste, immer denk ich an sie und rede von ihr, versehentlich, als ob sie noch da wäre. So eine Schande.
Schluss jetzt, nun muss der Rechner abgebaut werden. Hoffentlich bis bald, mit Bildern.
Monthly Archive for August, 2006
Gestern war ein fleißiger Tag. Zuerst haben wir den von Thomas und Hanna geliehenen Wohnwagen umgezogen.
Spannend insofern, als keine Elektrik dran ist, noch nicht. Also weder Brems- noch Blinklichter. Hat aber geklappt, niemand wollte uns verhaften. Vor Ort waren noch kleinere Straßenbauarbeiten erforderlich.
Der Topfgarten und das Brandholz (von Anabel und mir professionell gestapelt!) sehen doch schon recht nett aus, oder?
Heu für die Ziegen ist auch schon da, und natürlich mehr Brandholz
Und Baumaterial Einen Tanzboden haben wir nun auch

Spannend wurde es dann nachmittags. Rief nämlich vormittags auch noch der Spediteur an und fragte, ob wir transportbereit seien, sein Fahrer käme sowieso in unserer Gegend vorbei und könne aufladen. Natürlich sind wir bereit, Gereon und ich hatten schon Häuschen aufgebockt und rumgehebelt und aufgereiht. Gegen 5 Uhr nachmittags kommt ein LKW mit einem Auto drauf. Ist das richtig so? frage ich den (übrigens deutschen) Fahrer. Ja ja, sagt der, kein Problem. Das Auto lass ich erst mal hier oder vielleicht nehme ich es auch noch mit, alles kein Problem. Nun denn… Ich war skeptisch. Doch das war so eine Aktion, die mich ein wenig tröstet über den ganzen Humbug, den es hier so gibt: Transportieren à la canadienne, das hat was! Wie man auf den Bildern sehen kann, wird das ganze Deck nach hinten gefahren, dann gekippt, und mit viel Geruckele und Gezuckele wurde das Auto (was zum Schrott geht) abgeladen. Dann zum ersten Häuschen, wieder gekippt, angekettet, mit Winde draufgezogen ein Stück weit. Zum nächsten Häuschen, kette unter erstem Häuschen her gefädelt, angezogen, Balken dazwischen zum Schieben, draufgezogen, gerade gekippt – fertig. Fast… Wieder zum Auto gefahren, seltsame Vorrichtung unter die Vorderräder, Warnblinker auf den Kofferaumdeckel magnetet, und ab geht die Post.

Hat etwa eine dreiviertel Stunde gedauert, der ganze Spaß. Gereon rief abends schon an, dass alles bestens geklappt hat. So oder so ähnlich werden ja hier alle naslang ganze oder halbe Häuser transportiert, in letzter Zeit sind mir wieder einige auf der Straße begegnet. Vor so was machen sie sich nicht bange, die Kanader. Irgendwann, mit kurzer Vorlaufzeit, vielleicht heute schon, wird das 3. Häuschen abgeholt, und den Container können sie auch fahren, gern auch beladen… So hab ich das gern. Und der Preis ist akzeptabel. Was sitz‘ ich also hier am Computer? Gepackt werden muss – während sich draußen gierige Ziegen Eimer über die Köpfe stülpen 
Dank Martin sieht man nun doch schon einen deutlichen Fortschritt auf dem Bau. Die Jungs schlugen ihr Zeltlager auf
und Martin schwang den Hammer
Zusammen haben sie gehämmert und gehämmert und schließlich schnell ein Dach aufgezogen
(Ob mir so eine längs gestreifte Oshkosh-Hose besser stünde, oder sähe ich dann erst recht aus wie Obelix???!!!)
Heute kam Nachbar Albert (Huber) mit Gattin Margaret und dem dicken John Deere mit den großen Zähnen vorne und hat den Bauplatz freigeräumt. Fast kann ich mir schon den Rasen vorstellen…
Aus dem Wechgeräumten hat er dann eine selbstgebaute Biberburg geschoben, sozusagen 
Inzwischen ist es 22:23, wir sitzen noch und füllen Honig ab. Das Leben der Imkersgattin (plus Helferin) ist ein arbeitsreiches! Immer noch wissen wir nicht, wann und wie wir unsere Ziegen- und Hühnerhäuschen sowie unseren Katainer transportieren. Meine Nerven sind recht gespannt, immer noch und immer mehr. Der Herr Hö. wirkt nach wie vor selbst recht ENTspannt, doch ich denke fast, das täuscht ein bisschen. Dafür aber hat die Summer Kitchen inzwischen schon eine Blumen-Deko, nämlich Hannas Hänge-Fuchsie, die endlich im Schatten hängen darf, nachdem sie zäh einen Sommer mit viel zu viel Sonne ausgehalten hat.
Abends und morgens sammeln sich schon die Gänse und fliegen über unser Haus hier. Gereon berichtet, dass die Bienen sich eindeutig schon auf den Winter vorbereiten und die Honig-Produktion im Grunde eingestellt haben. Das Wetter ist dabei aber sehr schön, angenehme Temperaturen, kühle Nächte, so könnte es meinetwegen bleiben, bis dann 4 Monate heftiger Schnee einsetzen dürfen. Unsere Kartoffeln blühen, wir hoffen, zumindest ein paar Saatkartoffeln von den von Uli mitgebrachten guten deutschen Nikola/Granola (??) zu bekommen, leider hab ich natürlich vergessen, was was war und nur eine Sorte ist überhaupt gekommen.
Anfangen tun wir mal mit einem kleinen Rätsel. Was ist das?
Logisch: So liegt das Lama.
Bei uns sind die meisten Tiere komisch, dem Arne ist das ja schon früh aufgefallen…
Inzwischen ist viel passiert. Schönes und Trauriges. Das Traurige: Die Guste ist verstorben. Versehentlich wurde sie wohl von Neffe Billy mit ihrem eigenen Halsband erwürgt. Nun haben wir zwei Waisenkinder, glücklicherweise schon 6 Wochen alt, so dass die freundliche Odette mit ihrem Zyklopenbusen aushilft (allerdings nur gegen Darreichung von Futter vorne, und nicht zu knapp!) Auf der Baustelle geht es langsam weiter, doch: Many hands make light work – Wir haben Helfer!
Das Schöne: Am 1. August traf die abenteuerlustige Anabel hier ein. Gleich auf dem Rückweg von Edmonton sahen wir den ersten Bär. Man muss wohl sagen, dass wir das einfach für die meisten unserer Gäste so liefern. Prima Service. Was auch passierte und viel spannender war: so gegen 11 Uhr nachts, irgendwo in der Pampa, ging das Tanklämpchen an. Vor lauter Quatschen hatte ich vergessen, aufzutanken. Die nächste Tanke, nach 15 km etwa, war zu. Die dann nächste war 41 km weit weg. Das war interessant. Wir haben es aber geschafft.
Gleich am Mittwoch wurde Anabel in ihre neue Rüstung gekleidet und musste mit dem Chef zu den Bienen.
Noch sind die Anzüge sauber
Ich darf sagen: am ersten Tag wurde sie nicht gestochen, was nicht schlecht ist, so für die Motivation (hoffe ich!) Außerdem ist sie fleißig mit Spülen und derlei unangenehmen Dingen beschäftigt, was ich arg himmlisch finde. (Anabel sitzt derweil hier neben mir und weist dieses Hausmütterchen-Image von sich. Kann man aber nix machen gegen… Sie diktiert mir auch gerade, dass wir heute ganz reich geworden sind: 372 Dollar auf dem Fresh Air Market an der historischen Dunvegan Bridge – leider hatte ich keinen Fotoapparat bei mir.)
Am 3. August kamen dann noch, nicht lange angemeldet, doch herzlich willkommen geheißen, Martin und seine Söhne Marcel und Nico an. Alle wurden gleich zum Arbeitseinsatz an den Snipe Lake abkommandiert, haben fleißig mit angepackt, und als ich am Freitag abend mit Essen ankam, sah unsere Sommerküche so aus:
Die fröhliche Köchin
Hier der Blick nach Norden, auf das Bauholz und einen Teil der Gäste
Und hier die ganze Supperparty
Was nicht auf Bildern dokumentiert ist: Anabel und ich fuhren abends nach Hause, Martin und die Jungs auf den Campingplatz am Snipe Lake, und als Gereon morgens als alleiniger Anwohner zum Camper-Fenster rausschaute, stand der Bär mit den Füßen auf dem Tisch… Er, also Gereon, öffnete die Tür, da ergriff er (der Bär) wohl die Flucht. Gereon verfolgte ihn noch ein wenig schimpfend, da drehte sich der Bär nochmal um, stolperte aus diesem Grund über eine Wurzel und legte sich fast auf das Bärenschnäuzchen. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich es gern gesehen hätte oder doch lieber nicht… Natürlich war das nicht der Bär bzw. die Bärin mit ihren drei Kindern, die die Hunde bereits letzte Woche erschreckt hatten. Die Geschichte erzähle ich auf Anfrage auch gerne, ist nicht spektakulär. So haben wir also mindestens 4 bärige Mitbewohner.
Und ich bin immer sicherer, dass ich doch noch irgendwie schießen lernen möchte. Oder vielleicht nur 5 dicke Hunde haben, weil, die beantragte Komplett-Vergitterung wird mir ja doch nicht genehmigt.
Hier zu Hause kommt irgendwie alle paar Tage eine Henne mit einem Haufen Küken aus dem Wald, wir haben schon wieder 13 neue, gar nicht zu reden von den bemerkten und unbemerkten, die Zora gleich um die Ecke gebracht hat. Falls also jemand Hühner braucht – wir könnten welche faxen.
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