Transport à la canadienne

Gestern war ein fleißiger Tag. Zuerst haben wir den von Thomas und Hanna geliehenen Wohnwagen umgezogen. Spannend insofern, als keine Elektrik dran ist, noch nicht. Also weder Brems- noch Blinklichter. Hat aber geklappt, niemand wollte uns verhaften. Vor Ort waren noch kleinere Straßenbauarbeiten erforderlich. Der Topfgarten und das Brandholz (von Anabel und mir professionell gestapelt!) sehen doch schon recht nett aus, oder? Heu für die Ziegen ist auch schon da, und natürlich mehr Brandholz Und Baumaterial Einen Tanzboden haben wir nun auch

Spannend wurde es dann nachmittags. Rief nämlich vormittags auch noch der Spediteur an und fragte, ob wir transportbereit seien, sein Fahrer käme sowieso in unserer Gegend vorbei und könne aufladen. Natürlich sind wir bereit, Gereon und ich hatten schon Häuschen aufgebockt und rumgehebelt und aufgereiht. Gegen 5 Uhr nachmittags kommt ein LKW mit einem Auto drauf. Ist das richtig so? frage ich den (übrigens deutschen) Fahrer. Ja ja, sagt der, kein Problem. Das Auto lass ich erst mal hier oder vielleicht nehme ich es auch noch mit, alles kein Problem. Nun denn… Ich war skeptisch. Doch das war so eine Aktion, die mich ein wenig tröstet über den ganzen Humbug, den es hier so gibt: Transportieren à la canadienne, das hat was! Wie man auf den Bildern sehen kann, wird das ganze Deck nach hinten gefahren, dann gekippt, und mit viel Geruckele und Gezuckele wurde das Auto (was zum Schrott geht) abgeladen. Dann zum ersten Häuschen, wieder gekippt, angekettet, mit Winde draufgezogen ein Stück weit. Zum nächsten Häuschen, kette unter erstem Häuschen her gefädelt, angezogen, Balken dazwischen zum Schieben, draufgezogen, gerade gekippt – fertig. Fast… Wieder zum Auto gefahren, seltsame Vorrichtung unter die Vorderräder, Warnblinker auf den Kofferaumdeckel magnetet, und ab geht die Post.

Hat etwa eine dreiviertel Stunde gedauert, der ganze Spaß. Gereon rief abends schon an, dass alles bestens geklappt hat. So oder so ähnlich werden ja hier alle naslang ganze oder halbe Häuser transportiert, in letzter Zeit sind mir wieder einige auf der Straße begegnet. Vor so was machen sie sich nicht bange, die Kanader. Irgendwann, mit kurzer Vorlaufzeit, vielleicht heute schon, wird das 3. Häuschen abgeholt, und den Container können sie auch fahren, gern auch beladen… So hab ich das gern. Und der Preis ist akzeptabel. Was sitz‘ ich also hier am Computer? Gepackt werden muss – während sich draußen gierige Ziegen Eimer über die Köpfe stülpen

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