Noch ein paar Bildchen zum Jahresende. Die Hunde hatten neulich leider ein Hermelinchen gekillt. Zu und zu schade – es sah so nett aus. Doch oh Wunder, ein zweites Hermelinchen lebt(e) offensichtlich in unserem Holzstoss. Es schimpfte boese mit den Hunden, frass aber Gereon fast aus der Hand. Ganz offensichtlich kam es auch in unserer Abwesenheit in die Kueche, das merkte man an verschleppten Keksen und angefressenem Parmesan – das Wiesel weiss, was schmeckt: Kekse nicht, Parmesan ja.
Leider haben wir es nun schon seit ein paar Tage nicht mehr gesehen, natuerlich weiss niemand, ob es umgezogen ist, da verwitwet, oder ob die Hunde es klammheimlich auch um die Ecke gebracht haben. Dreist genug war es. Sicherheitshalber schlaeft Emmy schon mal vor dem Holzstoss, wo es gesichtet wurde – man weiss ja nie.
Vielleicht hatte sie auch gerade wieder eine anstrengende Nachtschicht. Seit Gereon neulich wieder Woelfe hat heulen hoeren, bin ich etwas besorgt um sie. Kojoten auf der einen Seite, Woelfe auf der anderen, das Wiesel in der Kueche – das ist schon eine Riesenaufgabe fuer so einen kleinen Hund. Dann schlaeft sie morgens etwas laenger, waehrend Zora die Schicht uebernimmt.
Weihnachten waren wir bei Bussemeiers, die sich inzwischen auch einen rechten Zoo angeschafft haben
: Bertha mit zwei Toechtern (so ein Glueck muesste man haben, andere Leute kriegen immer nur Bullenkaelber) und ein Pferd. Aber das gehoert sich ja fuer angehende Albertaner so, Kuehe sind sozusagen Pflicht. Weihnachten hatten Bussis auch noch zwei entzueckende Schweine
Norwin macht hier mal die Streichholzschachtel
Die Schweine sind allerdings wahrscheinlich, waehrend ich dies schreibe, schon in der Truhe. Ade Schweine! Derweil waren die Hoes mit der Herstellung von gutem Sauerkraut beschaeftigt
Is ja alles Bitamin C, braucht der Mensch! Und is lecker. Hoffentlich klappt es, die Heizung war erst mal kurz ausgefallen, als es das Kraut eigentlich warm haben sollte.
Ein gutes neues Jahr wuenschen wir allen Lesern – und auch fuer das naechste Jahr gilt die Einladung zum Extremcamping – Elchbraten wird gestellt, und dann je nach Jahreszeit Moskitos, Schnee, Sonne, Angeln, Wandern, Biber beobachten - whatever turns your crank (oder: stirs your gravy, oder: suits your fancy).
Monthly Archive for December, 2006
Heute mal wieder ohne Bilder, kleine kanadische Weihnachtsgeschichten. (Die Baeume sind nur Baeume, keine Platzhalter! Sie gefallen mir nur so gut!)
Es wurde ja “gewaehlt”, weil der Ministerpraesident, so nenne ich ihn mal, unserer Provinz vor der Zeit zurueckgetreten ist. Er war konservativ, was auch sonst, also stellten die Konservativen auch den neuen Premier. Damit aber alle Albertianer ein Mitspracherecht haben konnten, wurden fuer kleine 5 Dollar am Wahltag Mitgliedschaften der konservativen Partei verkauft, und so war man dabei, wenn man zahlte. Im ersten Wahlgang (als noch 3 Kandidaten uebrig waren), errang keiner der beiden Spitzenkandidaten eine absolute Mehrheit. So gab es einen 2. Wahlgang, und da gewann der Kandidat mit den meisten Zweitstimmen, mit dem ansonsten niemand gerechnet hatte. Tja. 
Dann stellte dieser neue Premier sein neues Kabinett zusammen, und unser oertliches Parlamentsmitglied ist drin, als Energieminister. Seine Qualifikationen fuer diesen Job sind, dass er ein Instrumententechniker ist, viel Erfahrung im Oelfeld hat und (und hier schaue ich meinen Bruder an!) eine Tankstelle hatte. Nun frage ich mich natuerlich: Warum sind wir Winterborner Mortsiefers nicht schon laengst in der Politik? Stefan waere Energieminister, ich koennte, mit zwei Fremdsprachen, wahrscheinlich Aussenministerin sein, oder Bildungsministerin, oder … Der Opa waere Bundespraesident, und die Oma Familienministerin. Runa koennte das Frauenministerium uebernehmen und Lena wuerde Forschungsministerin. Und ich dachte schonmal, z.B. Vetter Joerg koennte, als Baecker, glatt Ernaehrungsminister werden.
Ja. Kanada eben.
Dem Gereon haben sie bei einer der letzten Weihnachtsfeiern erzaehlt, dass das Oel ja wohl doch nicht aufhoert, irgendjemand hat auch behauptet, dass das Erdgas sich regeneriert… Ja. Was soll man sagen… Auch ist das Wetter totaaaal normal, wenn auch alle jammern, dass frueher die Winter ja ganz anders gewesen seien. Ja.
Dennoch: Das Wetter ist sehr schoen, gestern gab es wieder einen Chinook Arch, einen Wolkenbogen, der so eine Art Foen ankuendigt und prima aussieht. Bei uns sind alle froehlich und soweit wohlauf. Nur Gereon schnorchelt zur Zeit etwas. Ich denke, er updatet sein Immunsystem.
Ach ja. Noch eine kleine vorweihnachtliche, typisch albertanische Geschichte. Gereon war ja nach wie vor ohne Job, weil er fuerchtete, dass er antreten muss, sobald er sich bewirbt, und es gab noch so viel zu tun. Ich wurde ziemlich nervoes, ich geb’s zu, Hanna weiss es. Am Samstag habe ich die Zeitung mit den Stellenanzeigen gekauft. Er hat sich alles angeschaut, war aber nur Grande Prairie. In der oertlichen Zeitung gab es allerdings ein paar Anzeigen. Am Dienstag endlich dann fuhr er los, bewaffnet mit einigen Lebenslaeufen, ohne Anschreiben, weil er ja nicht wusste, wofuer er sich denn bewerben wuerde. Liess einen Lebenslauf bei Tolko, unserer Pulpmill oder was, die schreddern Holz fuer OSB glaub ich, in High Prairie. Fuhr dann zu einer Firma in Valleyview, die auch so was aehnliches machen anscheinend wie seine fruehere Firma in DeBolt. Trifft dort auf einen frueheren Kollegen aus DeBolt, der vor ein paar Monaten in dieser neuen Firma als Schweisser angefangen hatte und inzwischen dort General Manager ist. Prima Karriere. Gereon hatte sofort einen Job, haette gleich dableiben koennen, hat aber dann am Donnerstag angefangen. Deutlich mehr Geld als vorher, 4-Tage-Woche, am Donnerstag gleich bezahltes Weihnachtsbarbecue – auch das ist Alberta…. Zeitung umsonst verkauft – so’n Pech!
Wir hoffen, dass ihr, die lieben Leser allerorten, auch alle froehlich seid und wuenschen rundum ein friedliches frohes Weihnachtsfest und – falls ich es nicht bis zum Computer schaffe - schonmal ein gutes neues Jahr! 
Heute habe ich es geschafft, tatsaechlich mal frueher “im Dienst” zu sein, so dass ich legal schreiben kann. Es schneit und schneit immer und immer wieder. Das ist in Ordnung, weil wir so immer wieder frischen Schnee fuer frisches Wasser kriegen – kann ja nicht schaden. Mit dem Wasser wasche ich u.a. Wolle (wenn ich denn je Zeit habe), und dann faerbe ich sie, wie bereits mehrfach erwaehnt. Hier extra fuer Maren das Ergebnis
Die Schrillheit der Farben kommt leider auf dem Bild nicht so ganz raus. Habe mich immer noch nicht entschieden, ob ich das zu Faeden oder Filz verarbeiten soll.
Das versprochene Bocki-Bild, leider von hinten, doch man kann schoen sehen, wie winzig er ist gegen den dicken Bill 
Elch ausgehoehlt und zusammengefaltet sieht so aus
Vielleicht kann er/sie noch gegerbt werden, das waere prima.
Und schliesslich Fraeulein Emmy bei einer ihrer Lieblingsbeschaeftigungen, der Arbeit am Elchbein.
Im tiefen Schnee sah sie sich genoetigt, es mehrfach an verschiedenen Orten zu vergraben. Sie uebersah dabei, dass Zora ihr immer interessiert zuschaute und sofort zum Versteck wanderte. Das gab dann auch mal einige Meinungsverschiedenheiten. Der Schnee geht Emmy bis gut an den Bauch, aber das haelt sie nicht ab, sie liegt, auch waehrend es schneit, gern draussen und laesst sich vollschneien.
Schoenes Wochenende allerseits – ich will spinnen und stricken, werde aber tatsaechlich wohl spuelen und raeumen und Honig etikettieren, letzteres dank Hannas fleissiger Arbeit! Die Nachfrage ist naemlich prima.
So, jetzt habe ich gerade die Bilder hochgeladen, in einem Affenzahn, verglichen mit meiner Schuessel. Kann mir irgendjemand was ueber Air Cards sagen? Ich weiss nicht, wie die deutsch heissen, drahtlose Internetzugaenge, ueber Handyleitung, was weiss ich denn. Sollen jetzt hier fast wie unser superschnelles Netz sein, was auch immer das heissen mag.
Damit sich mal keiner wundert, mache ich es hier direkt oeffentlich: keine Weihnachtsbasteleien hier bei uns, keine Paeckchen, kein gar nix. Wie meist! Es ist zum Weinen, aber ich arbeite bis Weihnachten praktisch taeglich, und irgendwie hab ich mal wieder nix geschafft. Doch nach Weihnachten kann ja manches auch noch interessant sein.
Bilder hab ich auch noch nicht bis in die Buecherei geschleppt.
Gern wuesste ich jedoch, welche Elke kommentiert hat in einem Post von vor einigen Wochen. Elke frueher H. aus Nuembrecht, die ich auf meiner Klassenliste logischerweise nicht finden kann? Liebe Elke, falls Du das liest und immer noch Fragen hast, meine email ist mein Vorname at Nachname punkt net. Schreib mir doch mal!
Heute schneit es mal wieder vom Himmel hoch, sehr schoen! Leider hab ich Sommerreifen. Nicht so schoen. Der Van ist in Reparatur, kriegt ein Austauschgetriebe. Am wenigsten schoen… weil nicht umsonst zu haben. Doch die Nachfrage nach Honig ist gut, und ueberhaupt wollen wir optimistisch sein.
So, jetzt arbeiten.
Die Kaelte ist erstmal vorbei – da sind wir aber froh. Ich konnte mich naemlich wirklich kaum melden, weil man alle Haende und ueberhaupt alles voll zu tun hat, sich bei –37 Grad warmzuhalten. Liegt natuerlich ein bisschen daran, dass die Infrastruktur noch nicht so ganz perfekt ist. Aber es ist auch einfach wirklich saukalt. Die Tiere haben es schwer dann, das finde ich immer am schlimmste: bibbernde Ziegen, sogar das Lama hat einmal geklappert. Klappernde Zora, die dann ins Schlafzimmer mit uns umziehen durfte. Aber bis fast minus 20 hat sie tapfer in der Kueche durchgehalten, allerdings immer in Ofennaehe, der natuerlich in der Kaelte nie wirklich ausgegangen ist. Doch jetzt ist es wunderbar auszuhalten. Die Temperaturen steigen schnell auf knapp ueber Null und sind jetzt wieder im Normalbereich, so um die –10 bis –15. Das ist angenehm, wirklich.
Natuerlich war in dieser Zeit an das Auftauen bzw. Zerlegen des Elchblockes nicht zu denken. Die Nachbarn und auch ein diesen befreundeter Trapper hatten natuerlich gesagt, dass das eben hier nicht so geht, Tier in der Decke haengen lassen etc.pp. Aber wir sind ja stur! Und dann wurde das Wetter waermer, wir produzierten Eiszapfen von epischem Ausmass
, das Kuechenhaus sah wunderbar aus im Schnee
, und die Frau Hoe. konnte draussen telefonieren, wie ja immer wieder gern getan 
. Man beachte allerdings immer noch die Bekleidung, Michelinmaennchen-haft (ehrlich, ich fuelle das nicht bis in alle Ecken aus!) Hatte ich erzaehlt, dass die Werbung hier sagt, dass man derartige Teile im Yukon als Lingerie bezeichnet? Das gefaellt mir so gut!
Jedenfalls musste nun der Elch geholt werden. Ich habe das nicht alles fotografisch festgehalten, aus Gruenden des Respektes (ehrlich). Ich kann euch aber sagen, dass ein gefrorener Elch auf allen Vieren stehen und auch auf der dicken Nase prima rutschen kann…
Hunde und andere Vierbeiner waren fasziniert. Dann hat Gereon „die Beine eingekuerzt“ – ich meine, allein dieser Ausdruck… unmoeglich. Anders aber haetten wir ihn nicht in die Kueche bekommen, den Elch. Und da lag er nun, fast wie Gymnastik, auf Melkstand und Hocker. Und taute.
Am naechsten Tag, glaube ich, konnte Gereon ihn schon aus der Decke schlagen (ha, ich weiss naemlich die Woerter jetzt!) und nach und nach zerlegen. Ich hatte ja nie geahnt, dass ich im Nebenberuf mal Fleischwolf wuerde: 15kg Hacke werden aus zwei Vorderkeulen. So ungefaehr. Und am naechsten Abend gab’s Elchfilet, eines fuer jeden. Elche, jedenfalls dieser, haben naemlich interessanterweise relativ weniger Rueckenfleisch als ein Hirsch. Es war ausgezeichnet und wir nennen dies nun das kleine Jaegerglueck (obwohl es eigentlich schon wirklich ein grosses Jaegerglueck ist).
Jetzt ist er komplett in die Truhe umgezogen, und wir haben in der Kueche wieder erstaunlich viel Platz, das ist angenehm.
Vorgestern dann zum Eisangeln mit den Nachbarn. Der Snipe Lake ist in Ufernaehe nicht so tief, deswegen war ich auch nur ein bisschen bange, als wir durch matschige Stellen wanderten. Loecher waren schon vorgebohrt von Vor-Anglern, und man stelle sich vor, ich habe tatsaechlich meinen ersten Fisch gefangen. Hat auch geschmeckt. Gereon hatte auch seinen ersten Whitefish. Margaret, die Nachbarin, hat natuerlich profi-haft ihr Limit gefuellt, aber wir ueben ja noch…
So, nun schnell weg hiermit ins Netz. Und naechstes Mal hoffe ich ein Foto von unserem Tausch-Ziegenbock zu haben, den ich Boje nenne. Wer ihn sieht, weiss warum ![]()
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