Monthly Archive for February, 2007

Nix Neues - ausser Neuschnee

Tja, was soll man schreiben? Der Computer ist noch im Hospital, aber immerhin gerettet und abholbereit. Dieser Tag hat mich Nerven ohne Ende gekostet, was wohl mit den Dackeln (Albertanern, Kanadern) zusammenhaengt, die als Sorte unmoeglich, aber als Individuen manchmal super-nett sind. Fotos gibt es also noch nicht, weil der Computer…
Und wenn ich wirre schreibe, dann liegt das daran, dass gerade meine wirreste junge Kundin die Buecherei betreten und mich in ein wirres Gespraech verwickelt hat. Wir waren bei den Individuen: Ist es mir naemlich letzte Woche passiert, dass ich einfach so ein Spinnrad geschenkt bekommen habe! Kaum vorzustellen, aber wahr. Ein Ehepaar, wobei er Schweizer ist/war (was vielleicht manches erklaert…) hat einfach beschlossen, dass sie das Spinnrad nicht mehr braucht und es bei mir besser aufgehoben ist. Ich war ueberwaeltigt, und es ist natuerlich auch noch ein himmlisches Spinnrad, jedenfalls fuer mich. Ein ganz schlichtes, abgespecktes Teil, nix schnoerkelige Drehteile und Dornroeschen-Design, sondern Sperrholz und kein Schnickschnack. Yvonne vermutete schon, es sei selbst gebaut (weil sich der Durchschnittskanader wohl etwas schnoerkelloses gar nicht vorstellen kann). Aber es kommt aus Holland. Nun habe ich also zwei hollaendische Spinnraeder und die schlichteste aller Spindeln, kann also an drei Projekten gleichzeitig spinnern, was ich auch tue, wenn die Zeit es erlaubt.

Ansonsten schneit es halt, wie die Ueberschrift andeutet. Im Wetterbericht ist auch fuer die naechsten 5 Tage Schnee bzw. Schneegriesel oder wie man das nennen will. In der letzten UND der vorletzten Nacht wieder jeweils so etwa 5 cm. Ich gebe zu, dass ich glaube, es reicht jetzt doch. Im Fruehjahr werden wir unweigerlich einen Burggraben haben, und wir ueberlegen jetzt schon, wo wir die Autos parken und wie wir es schaffen werden, Einkaeufe durch die Plempe zum “Haus” (sollte ich sagen “Wohnkomplex”?) zu schaffen. Egal, das schaffen wir. Das Wetter ist milder, das ist sehr angenehm. In den letzten Tagen hatten wir naemlich noch mal wieder -30 oder so, das war ziemlich widderlich. Spuelmittel gefroren, sogar Siebe fuer Wasser undurchdringlich, weil das Wasser waehrend des Durchlaufens/Abtropfens schon wieder gefror, jedenfalls morgens um 4.45. Kein Spass. Meine Waesche war eine Woche lang zu Blocks gefroren. Jetzt habe ich endlich die letzten beiden Bettuecher rausgehaengt - jetzt sind sie leider zugeschneit. Aber -10 ist wunderbar, da wollen wir mal nicht meckern.
Wenn ich mich aufraffen kann, naechste Woche nach Grande Prairie zu fahren, um diesen Rechner (Maschine nennen die das hier…) abzuholen, gibt’s auch wieder Bilder. Doch die Prioritaeten aendern sich eindeutig in einer Lebensumgebung wie der unseren. Computer rutschen weiter und weiter nach hinten!

(Not) made for life in Alberta

Made for Life in Alberta, damit warb Ford hier im Fernsehen, wenn ich mich recht erinnere, als ich noch ferngesehen habe - lang ist’s her!! Nun, manches hier ist nicht made for life in Alberta. Mein Computer und mein Auto gehoeren im Moment dazu. Will sagen, keine Bilder, weil kein Computer, starb bei der Installation einer Firewall, jedenfalls voruebergehend, und kein Auto, weil, starb (teilweise) bei der Fahrt in die Computerklinik. Faehrt jetzt wieder, das bloede Ding, so dass der Autoschrauber keinen Fehler finden ich kann. Ich hasse das!!! Ich will ein Internet und ich will ein Auto, das faehrt, immer und zuverlaessig.
Na ja. Der Herr Hoe. muss jetzt doch freitags arbeiten, sein Chef ist doch noch da, aber alles andere ist umgeschmissen. Er hat aber schon einen Dollar mehr. (Wenn die erstmal merken, wie er so zuverlaessig und verantwortungsbewusst ist und nie trinkt und immer puenktlich ist, dann werden die ihm hoffentlich noch viel mehr Geld hinterher werfen!) Zwar werden wir relativ reich, aber was nuetzt es, wenn wir uns nun nur noch sonntags schlaftrunken sehen… Bald muss uns wirklich die durchschlagende Geschaeftsidee einfallen, damit wir im rubbeldikatz widerlich reich werden und nie wieder ausserhalb arbeiten muessen. Ich will ja gern melken und Staelle misten und Zaeune bauen etc. Hatte ich erzaehlt, dass wir beim Nachbarn - nee, hatte ich nicht.
Also, letzten Sonntag naemlich haben wir, weil wir mal ausspannen mussten, ein kleines Tourchen (wie schreibt man das mit einem UE?) zum Nachbarn gemacht, der naemlich 3 Jerseykuehe hat, mir aber keine Milch geben will. Der Nachbarn zog vor einigen Jahren, als von BSE noch niemand sprach, mit seinen Longhorn-Kuehen aus Colorado nach Alberta. (Warum man das wollen kann, ist mir ein Raetsel). Der Plan war, die Kuehe hier billig aufzuziehen und dann lebend zurueck nach Colorado zu verkaufen, zu einem Freund, der sie dann weiterverkaufen oder schlachten oder was auch immer wollte. Und dann kam BSE, und keine lebende Kuh ging mehr ueber die Grenze. Nu sitzt er hier, hat viel zu viele Hunde (Emmy ist von ihm), jede Menge Merinoschafe und eben viel zu viele von diesen Longhorn-Kuehen, die er mit Schottischen Hochlandrindern kreuzt, damit sie was Fleisch auf die Rippen kriegen. Und die Jerseys hat er, weil auch er der Milch aus dem Laden nicht traut. Ausserdem eine Jersey-Longhorn-Mischungs-Kuh, die er uns billig oder sonstwie geben wuerde, weil sie naemlich die Fuesse im Eimer hat, ansonsten aber nett sei. Also fuhren wir dahin. Ich sage euch, soviele riesige Hoerner hab ich noch nie auf einem Haufen gesehen!!!! Und die Farben von diesen Tieren. Jede Menge Ochsen, bunt wie die Longhorns, massig wie die Highlands, Hoerner wie ich weiss nicht was. Aber alles ruhig und entspannt, erstaunlicherweise keine geloecherten Tiere, was einen nicht gewundert haette, weil es nicht so sehr grossraeumig um die Raufen war. Auf dem Hof, ohne Zaun, durch einen dicken Heuberg offensichtlich “ans Haus gebunden”, lagen die drei Jerseys und verdauten, und die Mix-Kuh mit Hoernern wie eine Lyra ohne Saiten - sowas hatte ich auch noch nicht gesehen. Liessen sich kraulen und waren sehr freundlich, die Damen. Sowas will ich nun auch. Vielleicht aber doch lieber ohne Hoerner…
Fotoapparat hatte ich leider keinen dabei, aber das waere jetzt sowieso verloren.
Fuer die naechsten fuenf Tage ist Schnee in unbestimmten Mengen gemeldet, beginnend heute abend. Ich fahr jetzt also mal lieber nach Hause, damit es mich nicht wieder erwischt. Letztens fuhr ich naemlich im Schnee mit Wind nach Hause, das war wie Fahren durch einen Heringsschwarm, der dir entgegenkommt. Streckenweise dachte ich, ich stehe. Nicht lustig, wirklich, man wird total desorientiert, und ich verstehe jetzt, dass Leute bei sowas umkommen. In Flussnaehe war es unglaublich, und bei uns war fast nix, das wechselt so alle 500 m, scheint mir.
Schoenes Wochenende allerseits!