Monthly Archive for March, 2007

Nich schon wieder!

Gerade ruft Gereon an: Tallulah hat zwei Jungs! Nachdem das also mit dem Daumendruecken nicht geklappt hat, bitte ich um Vorschlaege fuer erstklassige Geschaeftsideen (ausser Schlachten und Essen), die man mit 8 maennlichen Ziegen verwirklichen kann. Kreativitaet ist gefragt!

The geese are back!

Auch wenn der Wetterbericht fuer Sonntag zur Abwechslung mal 2-4 cm Schnee ankuendigt: Gestern hab ich die ersten Gaense auf einem Feld gesehen, und heute morgen hoerten und sahen wir dann die ersten beiden ueber unseren “Hof” fliegen. Gaense machen Gaensehaut! Jedenfalls diese ersten, die nach 5 Monaten richtig echtem Winter Hoffnung auf den Fruehling machen. Ich stelle mir dann immer vor, wie das frueher gewesen sein muss, als Winter aehnlich waren, aber der Komfort doch nicht so. Und frueher ist hier noch nicht lange her… Wir haetten ja jederzeit, wenn wir es nicht mehr haetten aushalten koennen, zu den Nachbarn gehen koennen. Margaret sagte neulich noch, dass wir ja doch Glueck gehabt haetten, dass bisher immer alles so gerade eben gut geklappt hat und dass wohl doch viele Nachbarn gefragt haetten, ob wir noch nicht bei ihnen eingezogen seien. Tztztz!
Fuer die ersten Siedler hier war das keine Option, die mussten aushalten, egal wie, irgendwie, denn weg konnte man ja auch nicht mehr so einfach. Da muessen die ersten Gaense noch viel sehnlicher erwartet worden sein, und das Tropfen von Regen auf dem Dach oder Schmelzwasser an den Hauswaenden. Gereon hat gestern die ersten Drainagegraeben gezogen, jetzt sieht es nicht mehr schoen weiss, aber doch recht interessant aus um die Kueche herum. Und jetzt kann man erst richtig sehen, wie hoch uns der viele Schnee gehoben hatte. Ein Graben ist bestimmt fast einen Meter tief, und dabei ist der Schnee ja doch schon gewaltig zusammengesackt. Im Sinne des positiven Denkens wollen wir uns also auf ein Klein-Venedig freuen!
Tallulah laesst sich Zeit.

Jetzt aber Schlag auf Schlag!

Kaum war ich richtig warm gearbeitet am Samstag, da rief der Herr Hoe. schon an: Ueberraschung!! Nicht die erwartete Woelkchenziege war niedergekommen, sondern kurzerhand hatte sich Mafalda entschlossen, zu entbinden. Sehr tueckisch, hatte sie sich nichts anmerken lassen, bis sie dann lt. Gereon mehr oder weniger ploetzlich anfing zu greinen. Als er guckte, lag sie schon und ein Bein war zu sehen. Also schnell Umzug in den einen noch verfuegbaren Stall, mit ein bisschen Umschichten, und dann gab es zwei weisse Ziegenboeckchen. Geschlechterverhaeltnis ausgeglichen. mafaldas kinder mafaldas kinder 2
Als ich von der Arbeit kam, war ein Stall bereits aufgeteilt fuer die zu erwartenden Woechnerinnen. Woelkchen machte seltsame Verrenkungen, und so zog sie in die Kueche um. Eigentlich wollten wir essen, aber Woelkchen wollte das nicht. Mit ebenfalls einigem Gegreine und ziemlich langsam legte sie uns ein weiteres weisses Boeckchen ins Stroh. Ziemlich gross sogar, obwohl die Woelkchenziege gar nicht so dick war und sowieso so knochig, dass wir schon Sorge hatten, die Geburt wuerde sie total schaffen. Aber als das Kind erst mal da war, schien sie doch noch recht fit. Wir wollten essen, endlich. Gerade wollte ich die Teller fuellen, da kam ein Geraeusch, Gereon guckte, und wieder Ueberraschung: Noch ein Zicklein – aus dieser duennen Ziege. Und diesmal Farbe! Es kam Orca, der Killerwal, natuerlich schon wieder ein Boeckchen. woelkchen_kind_1.jpg orca
Der kleine Orca sieht ziemlich anders aus, wie eine Mischung eben aus Wal und Belted Galloway Kuh, dabei mit einem Fell fast wie ein Kaninchen, keine Locke in Sicht. Sein kleiner Bruder, noch namenlos, ist ein heftiger Kaempfer und versucht immer, ihn niederzuringen, mit Kopf auf Orcas Ruecken gedrueckt. So dachten wir schon mal an „the Undertaker“ fuer den kleinen Ringer… Die Woelkchen-Familie ist noch im Warmen, zum einen, weil die Mutter so mickrig ist, zum anderen, weil - wer haette das gedacht? - es mal wieder heftig schneit. woelkchens kinder
Nun warten wir auf Tallulahs und Sternchens Nachwuchs. Gern naehmen wir noch vier Maedels, gern auch Farbe, doch das ist wohl nur bei Sternchen zu erwarten. Saanen-weiss ist tatsaechlich genetisch durchschlagend.

Nachsatz am Dienstag: Heute haette ich arbeiten sollen, doch – nicht so ganz unerwartet mehr – zeigte sich heute morgen die Sternchenziege extrem besinnlich, leider war sie uns gestern abend auch noch an einen Getreidesack geraten und hatte etwas beschleunigten Stoffwechsel. Konnte ich doch nicht alleine lassen, zumal der Herr Hoe. ja sowieso findet, ich verdiene zuwenig, um aus Pflichtbewusstsein zickelnde Ziegen allein zu lassen. Also wieder mal die Ziegen umgeschichtet, diesmal mit einem blutenden Ohr (bei Mafalda) und einem angeblaeuten kleinen Finger (bei mir), alles wegen der mistigen Odette, die Mafaldas Ohr und meinen Finger zusammen an den Zaun zu nageln versuchte. Dann die widerstrebende Sternchenziege in die Kueche gezerrt. Erst sah sie auch zickelig aus, aber dann legte sie sich in die Ecke und schnaufte nur und grummelte mit dem Bauch. Was tun? Die Nachbarn hatte ich schon gebeten, waehrend meiner dienstlichen Abwesenheit mal zu schauen. Gluecklicherweise konnte ich noch eine freiwillige Aushilfe auftun, so dass ich dann hastig gen Valleyview dueste, um die Buecherei mit kleiner Verspaetung zu oeffnen und der hilfsbereiten Inge den Schluessel zu uebergeben. Dann wieder zurueckgehetzt, und als ich gerade in unsere Strasse einbog, rief mich Margaret (die Nachbarin) an: Ihr habt zwei neue Babies. Waren schon da, als die Nachbarn gucken kamen, hatte die Sternchenziege sich mal schnell beeilt. Bunt, sag ich, bunt, ein schwarzes mit braunen Beinen und etwas weiss am Kopf und ein weisses mit dunklen Abzeichen am Kopf und am Popo. Und als ich sie erwartungsvoll umdrehte, waren es beides Jungs. Das macht 6:2 fuer die Jungs. Tja. Fotos sind noch doof, da muessen auf die Ankunft des Hoffotografen warten, der das ungleich besser macht als ich. Auch sind dies die rehlein-artigsten bisher, total duenne Stockbeinchen und ueberhaupt sehr mickrig. Muss die Sternchenziege ordentlich was ranfuettern! Nun bitte ich um heftige Daumendrueckung, dass Tallulah uns bitte sehr noch zwei Maedels liefert. Weiss werden die bestimmt, aber Hauptsache Maedels.
Die bereits lauffaehigen sechs tummeln sich schon draussen herum, sehr amuesant anzuschauen. Ich glaube, ich gehe ueberhaupt gar nicht mehr arbeiten, kostet doch nur Spritgeld und Nerven…

Die Verwendung der Ziege in der Kueche

oder: Wie man sich erfolgreich um die (Haus)arbeit druecken kann.
Gestern Morgen stellte sich uns Odettes Busen so dar: odettes busen 2007
Gereon hatte so seine Hoffnungen auf Zicklein, und diesmal hatte er Recht. Odette, die Gute und Leichtgebaerende, legte problemlos und zuegig innerhalb von 15 Minuten zwei kleine Ziegenmaedels ins Stroh, die nach weiteren 30 Minuten auf den Beinen waren. odettes kinder 2007
Wir machten uns Gedanken, weil es natuerlich kuehl ist und die Kinder klamm und wir luschig und geneigt, die ganze Bande eher zu verwoehnen. Und Baumassnahmen waren sowieso gerade „under way“, naemlich fuer ein weiteres Dach neues ziegendach
Also verwirklichte der Herr Hoe. kurzerhand die bereits ausgekluegelten Plaene fuer ein Woechnerinnenzimmer in der Kueche (wenn das der Health Inspector sieht ;-))) woechnerinnenzimmer
Umzug geht ja einfach umzug in die kueche
Und nach kurzer Zeit hatte man sich eingelebt und legte sich zur wohlverdienten Ruhe. odettes kinder ruhen
Dann aber natuerlich der unvermeidliche Fototermin. Hier das weisse Kind, Blanca blanca
und hier das nicht ganz weisse Kind, Griselda griselda
Und hier noch mal die Mutter, die – obwohl eklig mit den Kolleginnen – sich unserer Meinung nach zu einer sehr schoenen Ziege und prima Mutter gemausert hat mutter odette 2007
Mir ist klar, dass das alles fuer Marianne und aehnlich gelagerte Menschen todlangweilig sein muss, aber wir haben uns gestern und heute mit groesster Begeisterung von vielen Arbeiten abhalten lassen – kaum was Netteres gibt es doch als Ziegen-TV, in Farbe und mit staendigem Ton. Ziegen naemlich halten nichts von der Theorie, dass man Kinder schreien lassen soll, um die Lungen zu staerken. Odette reagiert auf jedes Schnauferchen mit Ziegenmuttertoenen, klingt sehr gemuetlich. Als ich eben zur Arbeit fuhr, schweren Herzens, meinte Gereon, die Woelkchenziege scheine ihm sehr schwergaengig, und die Baender seien auch kaum noch zu fuehlen. Vielleicht hat er ja wieder Recht! Uebrigens ist natuerlich Schnee gemeldet, nur der guten Ordnung halber wollte ich das erwaehnen.

Immer noch nix Neues, ausser Schnee!

Bald weiss ich nicht mehr, was ich schreiben soll. Es schneit!
Montag, 12. Maerz. 6.30 frueh. Gestern wurde auf Sommerzeit umgestellt, sehr witzig. Aber hier nennen die das Daylight Saving Time. Ist trotzdem Quatsch. Hat man jetzt den Amerikanern angepasst, so dass gespart wird, auch wenn die Tage gar nicht laenger sind. Alles Bloedsinn. Jedenfalls: Eigentlich war es gar nicht so haesslich. In den letzten Wochen wurde es doch langsam milder, zwar hat es natuerlich immer mal wieder ein bisschen geschneit, aber daran hat man sich ja nun schon gewoehnt. Mutig habe ich Saatgut bestellt, fuer den noch kaum existierenden Garten. Die Ziegen werden dicker und dicker, doch es tut sich noch nicht ernsthaft was. Gestern abend Regen. Es klingt ziemlich gemuetlich, wenn man in der warmen Kueche sitzt, bei sonntaeglichem Haehnchenragout (die Haehnchenschwemme muss langsam weg…) , und der Regen prasselt auf das Blechdach. Heute morgen, als der Wecker um 4:30 klingelte, natuerlich noch gefuehlte 3:30, prasselte es auch. Ich bereitete mich geistig-seelisch schon auf Ueberschwemmung in der Kueche vor, doch, Surprise – Surprise: Es schneite. Und wie!! Innerhalb kuerzester Zeit waren meine Spuren im frischen Schnee schon wieder weg, 3 cm in einer Stunde wie nix. Wetterbericht angerufen: Winter Storm Watch in effect. Na, das ham wer gemerkt! Also watchen wir den Winter Storm, die Ziegen aus dem Stall, der Billich und das Lama leider ausgesperrt und nicht so froehlich, die restlichen Vierbeiner und ich aus dem Bett/Schlafzimmer. Noetig waere das nun nicht mehr gewesen, es reicht allen doch jetzt. Ich hoffe, dass Gereon heile auf der Arbeit ankommt, es schneit so dicht, dass man kaum was sehen kann, und er Wind macht es nicht leichter.
Bilder zu machen ist mehr oder weniger muessig, es gibt halt immer nur Schnee, in wechselnden Formationen, aber das isses halt. Wir warten auf den Ziegennachwuchs.
Den meisten von euch hatte ich ja schon einzeln ausfuehrlich vorgejammert, was das Forstamt uns fuer ein Vergnuegen bereitet. Doch fuer die Nichtwisser und dennoch Interessierten hier eine kleine Zusammenfassung: Wir beantragten eine Holzeinschlagserlaubnis – dachten wir. Sagt die Foersterin am Telefon, dass sie rauskommen muss, sich das angucken, damit wir auch die richtige Erlaubnis kriegen. Klang noch gut. Termin wurde jedoch leider zweimal um jeweils eine Woche verschoben. Waren wir schon nicht mehr so froehlich. Beim dritten Termin tauchte sie nicht auf. Also rief ich an. War sie krank gewesen und aus irgendeinem Grunde (kanadisch???) konnte niemand Termine absagen. Schade eigentlich. Dann muesse das eben naechstes Jahr gemacht werden, jetzt sei es ja schon fast zu spaet! Ich war sauer, sagte ihr, dass das fuer uns bedeute, dass wir kein Haus bauen koennten dieses Jahr. Tja. 2 Stunden spaeter oder so rief sie an, habe was umstellen koennen, komme am naechsten Tag. Ich war froh. Am naechsten Tag kamen zwei junge Frauen mit einem dicken Forst-Pickup-Truck, komplett mit dicker Winde vornedran und tollsten Reifen (wichtig zu wissen fuer den Fortgang der Geschichte). Wir stapften in den Wald, sie guckte den ersten Baum an, sagte, das sei ja kein Problem (was uns eigentlich klar war), sagte dann, Gereon muesse den Schlagabraum verbrennen, und die Permits kosteten pro Stueck (wir wollten eines pro Person) inzwischen leider 1000 Dollar Kaution, sie seien so oft missbraucht worden in der Form, dass sie nicht genutzt worden seien.

Tage spaeter, naemlich 15. Maerz: Ich sitze am Laptop bei Pat und Rod und – wundervoll – das Ding ist online. Das heisst, dass es vielleicht demnaechst doch wieder netter und einfacher wird, emails zu sichten und Bilder und Texte online zu stellen.

Also, jedenfalls, die Dame von Forestry war zufrieden. Auf dem Rueckweg ging sie bei den Ziegen vorbei, kraulte den Billich und fragte dann, ob die Ziegen ihre Hoerner abwerfen. Ich war entgeistert. Und zur Kroenung fuhr sie sich mit ihrem voll ausgestatteten Pickup auf unserer ordentlichen (wirklich, nicht ironisch) Einfahrt richtig prima fest. Ich war noch mehr entgeistert. Als ich dann Gereon von dem Verbrennen der Abfaelle erzaehlte, wurde er ziemlich ungehalten (fuer seine Verhaeltnisse). Er sagt, die hat wahrscheinlich ueberhaupt keine Ahnung und das geht gar nicht, wie sie sich das vorstellt. Tage spaeter wollte die Dame dann noch einen Hausplan, damit das Forstamt wisse, ob die beantragte Menge auch ausreiche. Die spinnen, die Roemer! Langer Rede kurzer Sinn: Im Moment haben wir eher aufgegeben. Nun wissen wir aber, warum die oft missbraucht werden, die Permits. Wenn man erst nicht informiert wird ueber all die Haken, die das Prozedere enthaelt, dann ist es kein Wunder, dass man irgendwann auf halber Strecke aufgibt, und die Damen/Herren ihren Teil der Arbeit vergebens getan haben. Mir jetzt egal. Ich will irgendein Haus, meinetwegen eben Log House spaeter.

Ach manno, jetzt hab ich mir ganz viel verbaselt, aber jetzt hab ich keine Lust mehr, es zu reparieren. Daher wirre Bilder und fertig.

odette und mafalda sage im schnee ranger im schnee lama im schnee dicke Odette Gereon im Tiefschnee