Monthly Archive for May, 2007

Es gruent so gruen

Endlich, endlich gruent es hier doch nun auch so gruen und mit mehr Sonnenschein, dass ich gestern gleich meine Tomatenbabies verkoechelt habe - zu und zu schade aber auch. So muss ich heute neue holen fahren. Bei nur etwas ueber 90 Tagen Vegetationszeit im Garten kann ich mir eine Neuaussaat wohl zeitlich nicht leisten…
An meinem Geburtstag hatte ich eine feine Ueberraschung: Chris und David aus Nose Creek riefen in der altbekannten Art an und fragten, ob wir sie aufnehmen koennten, zwei einsame Menschen und einen kleinen Hund! Klaro, Platz ist in der kleinsten Huette, selbst wenn keine da ist. Morgens war schon der nette Herr vom Forstamt da, der fuer kleine Waldbesitzer wie uns zustaendig ist. Er erklaerte uns bei einer schoenen Wanderung ueber’s Land, dass er noch nie so grosse und alte Aspen auf Privatland gesehen haette. Das hat uns sehr gefreut. Die Aspen sind etwa 90 Jahre alt, Birken um die 40 (kleine, pieselige Dingerchen, wir haben noch dickere), Fichten hat er mit ebenfalls etwa 80 oder so gemessen. Alles in allem deutet dies darauf hin, dass es tatsaechlich, laut seiner Aussage, wohl in den letzten 200 Jahren auf unserem Land nicht wirklich gebrannt hat. Das ist anscheinend eher selten und fuehrt zu einem interessanten Baumbestand.

Und dank Dieter, dem Tower-Man vom Sweathouse Tower, weiss ich nun auch, dass unsere Schwarzpappeln, oder auch Balsampappeln (ganz nah verwandt oder identisch, weiss ich nicht) super lecker riechen, d.h. die Knospen duften, und wenn die Sonne scheint, ist die Luft voll davon. Dieter macht aus den Winterknospen und Sheabutter eine leckere Handcreme, von der er mir ein Doeschen geschenkt hat. Das will ich auch versuchen.

Ja, und dann kamen Chris und David. Schwer beladen. Sie kamen naemlich mit Anhaenger und darauf zwei Quads. Und natuerlich mit Proviant fuer eine ganze Garnison, so kam es mir vor. Und voller Tatendrang (Chris’s staendige Frage: Was wollen wir denn noch tun? Welches Projekt als naechstes?) Himmlisch. Am Samstag fuhr die ganze Truppe mit dem netten Nachbarn nach Debolt und holte alles zurueckgelassene vom kleinen Haeuschen ab. Ich war ja arbeiten, aber ich glaube, alle hatten Spass. Ich nun auch, weil meine Schuessel wieder bei uns wohnt, wenn auch noch nicht aufgestellt. Doch es gibt Hoffnung!
Auch sind unsere Honigfaesser endlich zu Hause, fehlt nur noch das Gewaechshaus, aber das schaffen wir auch noch.

Leider war das Wetter super-miserabel, mit Regen und kalt und Wind und eklig, erst am Montag morgen wurde es schoener. Montag war naemlich noch frei, hier war Victoria Day, das ist immer am dritten Wochenende im Mai. Ich kann mir also ausrechnen, dass um meinen Geburtstag rum immer irgendwie was frei ist, nicht schlecht. Dadurch hatten wir allerdings auch viel Verkehr auf unserer Strasse, jede Menge Wohnwagen und Zeugs.

Jetzt ist es sommerlich warm, leider gibt es irre Mengen Moskitos, die ich im Moment deutlich unangenehmer finde als die Baeren, die sich noch nicht haben blicken lassen. Lieber taete ich im Moment drei Baeren sehen als drei Moskitos, aber ich sehe 300 oder 3000 der letztgenannten, wo auch immer ich hinblicke. Habe allerdings festgestellt, dass man sie mit Fensterreiniger in Sekundenschnelle ummoerdert und dabei gleichzeitig die Scheiben putzen kann. Ist ja so schlecht nicht.

Hier also Chris auf ihrem Quad, froehlich ein Honigfass bewegend chris_honigschlitten.jpg Leider zeigen die Bilder nicht, wieviel Spass sie wohl hatte. Das Motto, wenn es nicht so recht wollte, war “Giv’er!” Wie will man das uebersetzen: Gib Gummi!? honig_abladen.jpg Auch der Huehnerstall wurde so an Ort und Stelle “verbracht”. huehnerstall_schlitten.jpg
Emmy ruhte derweil an einer weiteren koerperformgerechten Stelle: emmy_wurzelberg_2.jpg Und Griselda uebte schonmal, Kopf feststecken, wie fuer den Melkstand: griselda_uebt.jpg Wenn wir nach einer Nacht im Stall, weil ich morgens melken will, die kleinen Zickis rauslassen, purzeln sie wasserfallartig aus der Tuer, und man muss feste stehen ziegen_purzeln.jpg Und dann sind sie soooo durstig, dass man nicht Ziegenmama sein moechte zickis_durstig.jpg
Der Blick von der Nordseite des Dugouts auf unser Anwesen: dugoutvonnorden.jpg Ist ja doch schon einiges da, finde ich. Und wenn ich die Nordseite erst bepflanzt habe, mit den Weiden, die ich soeben bestellt habe, und einigen Stauden, wenn ich je wieder Geld habe fuer sowas, dann wird das richtig schoen! Da kommt dann mein Gazebo hin (muesst ihr im Lexikon nachschauen), und wer mich besuchen kommt, darf dort mit mir Tee trinken, wenn uns die Moskitos nicht vorher auffressen - ploede Piester! Ich geh jetzt Moskitospray kaufen, dann hoffentlich zwei Crabapple Baeume, und dann Tomatenpflaenzchen, in dieser Reihenfolge!
Schoenes Wochenende allerseits!

Das Loch, die Depression und das magische Denken

Vielleicht gar nicht so schlecht, dass ich nicht immer gleich an den Computer kann, wenn mir danach ist. In den letzten Tagen schwirrte mir der Kopf von lautem Gejammere, das ich dann in die Tasten haette fliessen lassen. Und das kam so: Montag rief Gereon an und sagte, dass abends der Bagger gebrachte wuerde und Dienstag baggern wolle. Das Wetter war mehr als zweifelhaft und theoretisch immer noch der Road Ban in Kraft. Montag abend also eine kleine Fahrzeugkolonne mit Bagger. 11 Tonnen LKW, zwei Raeder fuer jede Tonne. Kommt mir das nur so gross vor, oder sind die in Deutschland auch immer so? Wir wollen jetzt nicht darueber sprechen, dass das Ding niemals ausgeschaltet wird, und auch der begleitende Truck natuerlich die ganze Zeit lief, waehrend die Jungs die Sachlage zu ueberblicken versuchten - graesslich!! Bagger abgeladen, vor’s Haus gefahren, das Lama war entgeistert. Sowas Hohes hatte es wohl noch nie gesehen.
bagger_1.jpg truck.jpg
Ich war noch optimistisch, magisches Denken naemlich: obwohl die Vernunft dagegen sprach, sah ich vor meinem geistigen Auge einen ordentlichen Dugout, mit einem kleinen Vorflutbecken, einem ordentlichen Auslauf, weiterhin alle Stuempfe ordentlich aus meinem zu erstellenden Garten gerupft und den Bauplatz entstumpft, zudem einen netten Graben gebuddelt, der das Wasser vom “Hof” ableiten wuerde.
Am Dienstag dann fing der Bagger an, und alles wurde anders, Entscheidungen mussten je nach Sachlage schnell getroffen werden, und so hatten wir am Dienstag abend im stroemenden Regen nach ueber acht Stunden Gebaggere ein Riesenloch dort, wo eigentlich mein Nordpark zugesagt war. Dahinter einen Riesen-Schlammberg, der langsam, wie ein kalbender Gletscher, in den Dugout zu rutschen schien. Uberall drumherum staute sich das Wasser, der Graben auf dem Hof war an der falschen Stelle und dort, wo eigentlich das Haus entstehen sollte, befand sich ploetzlich ein Riesenhaufen Baumwurzeln, dito vor einem meiner Kuechenfenster. Ich wollte mal am liebsten nur weinen und fiel also ob des Loches in eine Depression. Es regnete immer weiter, passend zu meiner Stimmung. Ich dachte, es waere einfacher gewesen, ein kleines Loch zu graben fuer das Geld, dann haetten wir wenigstens weniger Chaos gehabt.
bagger_2.jpg bagger_3.jpg bagger_4.jpg bagger_5.jpg bagger_6.jpg bagger_7.jpg bagger_8.jpg
Doch, oh Wunder, am Mittwoch morgen war es schon gar nicht mehr so schlimm, der Dugout fast halb voll, und am Donnerstag war er voll, und am Freitag lief er ueber. Aber es ist jetzt viel schoener, ich sehe nunmehr, von Gereon inspiriert, auf dem Suedhang einen Staudengarten und unsere Beerenstraeucher und ein kleines Deck, wo man sitzen kann.
Der kleine Hund und ich machen hier mal die Streichholzschachteln, das Ding ist vielleicht so 3 m tief.
dugout_voll.jpg

Und wenn die Sonne scheint, sind manche Ziegen und das Lama ganz schlaff und muede und muessen saemtliche Koepfe aufstuetzen.
muede_ziegen.jpg muedes_lama.jpg

Fruehling?

Yippieh! Soeben habe ich durch eine freundliche Bemerkung eines Buechereikunden festgestellt, dass ich mein Laptop doch einfach nur einstoepseln muss, und ich kann in der Buecherei online gehen. Das bedeutet: keine laestigen Rumstoepseleien mit diesem Stick-Dings mehr, kein Umschichten von Bildern und vor allem affig schnelle Downloads von allem, und endlich wieder Emails in einem sinnvollen Format. Das ist mal was Schoenes!!!

Ansonsten, lasst mich schauen, was haben wir denn so gehabt? Zuerst das Traurige: Unser netter Kater ist tot. Harnsteine, eine Woche vergeblichen Versuchens, ihn wieder “ans Laufen” zu bekommen, leider erfolglos. Das ist ein echter Verlust, war dieser Kater doch der lustigste, den ich je hatte. Im Moment koennen wir uns noch nicht zu einem Ersatz entschliessen, und schon gar nicht zu einem neuen Kater, wegen dieser moeglichen Probleme, die wirklich nicht nett sind.

Ansonsten aber war alles recht schoen, das Wetter himmlisch, die Ziegen froehlich, weil oefters einfach freigelassen. Zwar hatte das Lama schonmal Fluchttendenzen und knatterte dann die Strasse rauf und runter mit wehendem Fell, aber im Grossen und Ganzen war alles friedlich.
Hier die Bilder ohne weiteren Kommentar, nur mit der Bitte um Bewunderung eines geeigneten albertanischen Wappentieres: Billinger! So sieht man viele Ziegen bei verschiedenen Aktivitaeten, und auch sieht man die Ziegenhirtin im Felde bzw. auf dem neuen Natursteinfussboden in ihrer rustikalen Kueche. Jawoll.
viele_ziegen.jpg ziegen_aktitivitaeten.jpg billy_in_schoen.jpg billy_pilates.jpg albertas wappentier odette_versteckt.jpg lama_zicki.jpg steinfussboden.jpg
Sogar zwei Kuekis hatten wir im schoensten Sonnenwetter, und schliesslich haben wir eine Birke angezapft, probehalber, fuer die Produktion von Birkensirup.
kuekis_2007.jpg birkenanzapfen.jpg

Und dann fing das an zu regnen… Im Rutsch hatten wir wieder fliessendes Wasser in der Kueche, das staendig ins Sammelbecken stroemte, so dass wir gestern alle 20 Minuten einen grossen Eimer rausschoepfen konnten. Gestern morgen wollte ich wirklich weinen, als ich in die Kueche kam und alles schwamm. Heute morgen musste Gereon zuerst aufstehen, da hatte ich aber Glueck und bin erst ruebergewatet, als schon ausgescheppt war! :-)
wasserloch_2.jpg wasserloch_kueche.jpg
Doch zum Trost hatte ich mir in Grande Prairie schon ein paar Bluemchen gekauft und auf der Fensterbank plaziert, dito die Haelfte des wunderbar ueberlebenden Schnittlauches. kraeutertoepfe.jpg Und was die Huehner aushalten koennen, das schaffen wir auch! huhn_in_matsche.jpg
Ach, ganz vergessen hatte ich, von meinem Garten zu berichten. Das von Gereon gebaute Fruehbeet funktioniert schon prima, Rauke und Portulak (glaube ich, es heisst purslane hier) und Salat sind gekeimt. Und von meinem “grossen” Garten war fast alles weggetaut, als ich die ersten Tulpen- und Zierlauchsprosse entdeckte. Dummerweise entdeckte sie die Sternchenziege zeitgleich mit mir - und sie war naeher dran. Wir rannten beide, die Sternchenziege hat gewonnen, ich habe vier gekappte Zierlaeuche. Sieht aber so aus, als ob sie trotzdem bluehen wollten. Seitdem haben die Ziegen natuerlich wieder Arrest, bis hoffentlich dieser Tage der Bagger kommt, der unseren Dugout graben soll und ausserdem noch ein paar Baumstuempfe ausrupfen, so dass wir dann u.a. den Garten ziegensicher einzaeunen koennen. Oh, das wird fein! Im Moment herrscht ein so genannter Road Ban, also eine Verkehrsbeschraenkung fuer Schwerlastverkehr auf Schotterstrassen, da geht leider nix mit Bagger oder so.
Doch jetzt, wo ich so himmlisch schnell doch ins Internet kann, werde ich wohl wirklich oefter aktualisieren koennen.
Also haltet durch, liebe Leser, demnaechst vielleicht schneller bildreiche Information.
Ach ja, und noch: Den ersten Baeren haben wir gesehen, weit weg von uns, wie er eine Strasse ueberquerte. Und neulich flogen nicht 5, sondern bestimmt 30 Schwaene ueber unseren “yard”, wie man unsere Matschpampe hier nennt.