Wer haette das gedacht? Nun sitze ich im Pomeroy in Fort St. John, weil ich morgen an einem Birkensirup-Seminar teilnehmen werde. Weil es mehr Sinn macht, gemeinsam zu fahren, hat mich der freundliche Herr vom Landwirtschaftsministerium (oder so) in Peace River aufgegabelt, und nun bin ich im vornehmen Hotel. Ich habe ungefaehr 500 Handtuecher zu meiner Verfuegung, zwei Klopapierrollen mit zur Spitze gefaltetem Anfang und noch mehr Schnickschnack, den ich noch nicht ausgekundschaftet habe, den ich aber ja wohl aus meiner reichhaltigen Hotelvergangenheit kenne - wundervoll!!! Ich habe ein ganzes komplett ausgestattetes Badezimmer, und ich werde es ausgiebig nutzen. Leider haelt Duschen ja nicht so lange vor, man kann genauso wenig vorduschen wie vorschlafen. Egal. Jetzt gehen wir erstmal Nudeln essen, das ist auch gut.
Schade eigentlich, dass das nur einen Tag geht. Und schade, dass der arme Gereon zu Hause auf alles aufpassen muss. Sonst haetten wir mal gemeinsam den Luxus geniessen koennen. So muss ich ihm berichten und Proebchen mitbringen und ganz viel lernen. Damit es sich auch lohnt.
Spaeter hoffentlich noch Bilder von den neuesten Abenteuern zu Hause.
Monthly Archive for August, 2007
Ich wollte ja nur testen, ob ihr auch alle fein aufpasst, haha. Natuerlich meine ich August, wenn ich Oktober schreibe. Das macht die Hirnerweichung, der ich hier so langsam zu unterliegen scheine. Weiss nicht genau, woran das liegt. Jedenfalls sammeln sich auch schon die Gaense, sie fliegen nicht mehr in Familienverbaenden, sondern in Grossfamilienverbaenden ueber unsere Kueche. Doch als ich neulich zu Gereon sagte, dass die Baeume sich schon verfaerben, sagte er in seiner positivistischen Art: Nur’n bisschen. Also: Herbst ist nur’n bisschen.
Fuechse, liebe Helga, haben wir wenig. Dafuer umso mehr Kojoten, auch wenn Margaret neulich einen aus dem Traktor geschossen hat und unsere Emmy ja mit einem toten Kojotenwelpen ankam (Gereon fand das gar nicht lustig, alle anderen haben es gelobt!). Und Woelfe hoeren wir hin und wieder, Albert hat wohl neulich einen gesehen suedlich von uns auf seinem Land. Baeren haben wir keine mehr gesehen, also ich insgesamt zwei in diesem Jahr bis jetzt. Aber es gibt sie, daran besteht kein Zweifel. Sowohl Schwarz- als auch Grizzlybaeren. Und es gibt immer wieder auch Pumas, und das scheint das unangenehmste zu sein, was so rumlaeuft. Jetzt, wo Trudy uns ja wieder wissen laesst, wie lautlos Katzen sind, kann ich mir das wieder gut vorstellen.
Gestern hoerte ich grosses Geschrei aus dem Huehnerhof und dachte, der kueken-vergewaltigende Hahn sei wieder am Werke. Doch es sass eine Art Sperber auf einem Kueken. Den Sperber konnte ich verscheuchen, das Kueken floh unter einen Ziegenstall. Was nun aus ihm geworden ist, koennen wir nicht feststellen, wir finden weder ein totes noch ein verletztes Kueken. Das scheint im Moment die groesste Bedrohung fuer unsere Huehner: Eulen und andere Greifvoegel. Wir hatten ja wohl auch schon den Uhu in der Fichte gleich bei den Huehner sitzen, ich habe ihn nicht gesehen, aber Gereon.
Ploetzlich scheint Herbst zu sein! Aber es ist ja auch schon wieder elend lange her, seit ich geschrieben habe. Also der Reihe nach und zuerst mal an Helga: Natuerlich ist das Wasser gar nicht klar - durchsichtiges Wasser ist doch eher fuer Weicheier, jedenfalls schwaetze ich mich damit froh. Wir haben Schwimmkaefer und frueher im Jahr Moskitolarven, die wir aber per Sieb ausfiltern. Und riechen tut es halt wie Teichwasser, nicht fies. Und zum Duschen (nach dem Filtern, also kaeferfrei) scheint es auch gut zu funktionieren. Jedenfalls haben wir keine Hautschaeden, und wir scheinen auch nach dem Duschen nicht schlechter zu riechen als vorher. Allerdings uebertreiben wir es auch nicht mit der Haeufigkeit…
Die Temperaturen fielen puenktlich Anfang August um 10 Grad. Nachts hat es schon letztes Wochenende erste Froeste gegeben, gluecklicherweise nicht bei uns, so dass der Tomatendschungel unveraendert dschungelt und ich die Hoffnung auf rote Tomaten noch nicht aufgeben will. ![]()
Mit dem Bau ist es etwas weiter gegangen. Nach dem Bohrerchen im Miniformat kam ein Betonwagen im Normalformat.
Vorher wurde jedoch nochmal um den rechten Winkel gerungen
und wegen des hohen Wasserstandes mussten die Bohrloecher ausgeschoepft werden. Dabei entdeckten wir in zwei Schoepfschichten 9 Kroeten, 6 davon an einem Tag. Gleich bei Sichtung der ersten hat Gereon einen Kroetenretter gebaut:
Kroeten sind entzueckend, hier fast auf der roten Liste und natuerlich immens nuetzlich bei der Vertilgung von allerlei Krabbeltierchen, die wir nicht unbedingt brauchen, und in Anlehnung an Sitten in anderen Laendern, u.a. Australien, ueberlege ich daran, unser Anwesen mit dem Namen “Nine Toads” zu schmuecken. Das liesse doch jede Menge Raum fuer kreative Schilder, oder? Nachdem also alle Kroeten gerettet und einige Maeuse nur tot geborgen werden konnten, wurden dann in einem Affenzahn 4 cbm Beton vergossen. Hier die erschoepften Bauherren - auch Bob, der Fotograf war erschoepft und daher nicht in der Lage, scharf zu stellen
Inzwischen ist auch das Holz bestellt und duerfte naechste Woche eintrudeln. Der nette Arvid Thiessen hat uns wieder einen guten Preis gemacht und wird auch liefern.
Was gibt es sonst noch? Die Tage sind ja deutlich kuerzer, also haben wir noch in eine 3. (DRITTE!) Energiesparbirne investiert, die jetzt aus einer Handlampe unseren “Aussenbereich” mit Aussen-Kueche beleuchtet. Ich sehe wieder Sterne, haha, das war ja den ganzen Sommer fast unmoeglich, weil es immer hell war. Die Honigernte ist im Gange, und weil sich abzeichnet, dass es viel Arbeit ist (und wir ja keine Anabel haben dieses Jahr), habe ich in der Buecherei gekuendigt. Wenn ich naemlich nicht dort arbeite, kostet das uns nur wenig Geld, aber wenn Geroen sich frei nehmen muss, dann verlieren wir zuviel. Und ich bin nicht allzu traurig, kann ich doch immer als Volunteer (freiwillige Helferin) zurueck.
Trudi waechst langsam und hat zu unserer Ueberraschung und Freude bereits ihre erste Maus gefangen! Ich habe angefangen, Obst einzukochen, hatte ich ja noch nie getan, aber mit Margarets Ratschlaegen war es ganz einfach und macht Spass, vor allem, wenn nachher reihenweise schoen gefaerbte Einmachglaeser vor einem stehen (Aprikosen und Himbeeren!)
Neulich beim Oeffnen des Sonnenschirms:
Den Mauser haben wir danach oefter gesehen, immer im Sonnenschirm uebertagend, und Gereon hat schon ueberlegt, ein Flederhaus zu bauen. Schliesslich vertilgen auch die Moskitos. Immer her mit den Mausingern!
Und neulich beim Huehner-Zumachen:
Elf Kueken, deren Mutter schon die Nerven blank hat und woanders schlaeft, und
nochmal elf Kueken, deren Mutter offensichtlich sehr guten Willens ist, wenn sie auch nie im Leben mehr alle Elfe unter ihre Fittiche bekommt.
Und neulich morgens gegen 4:30: Ziegeneintopf:
Was man sehen koennte, wenn das Bild heller waere, sind Griselda und Blanka, die in einem Beton/Wasser-Kuebel uebernachtet haben und die am fruehen Morgen schon von Huehnchen auf der Suche nach Moskitos besucht werden. Symbiose.
Und dann noch eine kleine Bilderfolge, die zeigt, warum bzw. dass Ziegen Gruenland in Wueste verwandeln koennen, wenn die Bedingungen auch nur ein bisschen unguenstig sind. Bei uns war der Effekt gewollt, und doch etwas traurig. Vorher:
Rechter Teil nach 1 Tag “Beweidung”
Nach 2 Tagen:
Da liegen schon Baeume, die Gereon zum Fressen abgeschnitten hat. Nach einer guten Woche: ![]()
Und ausserdem: Ankomme in Frankfurt am 14. November, 11:15.
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