Monthly Archive for November, 2008

waermer, waermer…

Schnell, bevor mir die frisch gewaschene Waesche im Auto womoeglich gefriert (ist ja alles schon dagewesen), werde ich euch jetzt mal auf den neuesten Stand der bahnbrechenden und rasanten Entwicklungen hier bringen, jawoll.
HIER ist sie, die Erstbefeuerung!!
Findus, wie die Heizskulptur nun heisst, zieht wie verrueckt und schafft es, das Haus auch ohne Dachisolierung und mit einigen faustgrossen Loechern, die noch zu stopfen sind, relativ warm zu halten. Jedenfalls haben wir schon drei Abende bei Kerzenlicht gesessen und die erstaunliche Stille in einem isolierten Gebaeude - ja, es geht tatsaechlich noch stiller! - und die Waerme genossen, und zwar ich OHNE SCHUHE - wunderbar!!

Zackig schnell haben wir den Fussboden gestrichen, ging viel schneller, als ich befuerchtet hatte, und puenktlich am Montag morgen rief Phyllis an und meldete sich fuer abends mit dem Kuechenherd an. Ich war ja etwas bange, wir hatten das Ding nie gesehen, und so nach und nach liess man uns wissen, dass natuerlich ein kleiner Reparaturstau bestehe. Doch so sieht er jetzt aus Und ich denke, es haette viel schlimmer kommen koennen. Schlicht und schnoerkellos, mit 6 Platten, von denen allerdings leider eine beim Transport verloren ging, mit Backofen, aber fehlendem Wasserbehaelter, dafuer jedoch dem bereits erwaehnten Waermeschrank. Leider ist der Sockel total verrostet, so dass da wohl eine weitere Schweissskulptur ins Haus steht - bald muessen wir die Fundamente verstaerken.

Unsere provisorische Sitzecke sieht jedenfalls so aus, und ich sitze natuerlich auf dem Puschelfell.
Eigentlich wuerde ich am liebsten keine Moebel reinstellen. Wenn man zwei Jahre teils draussen, teils in einem relativ duesteren, sehr provisorischen Gebaeude”komplex” gewohnt hat, dann weiss man Raumhoehe, einen leeren, na ja, fast leeren, aber hellen Fussboden und kein Geruempel noch viel mehr zu schaetzen. So stehle ich mir jetzt morgens immer etwas Zeit und sitze still da und freue mich ueber die Muster, die die Sonne auf den Fussboden malt. Und die Waerme, die sie mir auf den Ruecken scheint. Und dann gucke ich zu den diversen Fenstern raus und freue mich ueber die Ausblicke. Vielleicht koennten wir demnaechst unsere Kueche an Wohnmuede vermieten - nach zwei Monaten wuessten die dann so richtig zu schaetzen, was sie eigentlich an Luxus haben.

Heavy Duty

Hatte ich ja schon mal erwaehnt, dass der Herr Hoe. eher zu Heavy Duty neigt. So trugen wir neulich den netten Ofen von Opa und Oma ins Haus, der klein und dezent da stand. Leider waren die Ofenrohre nicht ganz passend, so dass Gereon sich fuer die Herstellung eines Adapters entschied. Und den Kauf anderer Ofenrohre. Und dann traf er noch die eine oder andere Entscheidung, die er vorsichtshalber nicht mit mir besprechen wollte (warum wohl? wo ich doch ein so Unkritisches bin…) Und jetzt sieht es so aus Man nennt diesen Aufbau hier “Warming Oven”. Einen Tag vorher hatte sich herausgestellt, dass auch der Kuechenherd, den wir wohl von meiner Marktnachbarin Phyllis bekommen werden, 5 Fuss hoch ist und einen Warming Oven hat. So werden wir also an prominenter Stelle im Haus Oefen haben, hauptsaechlich. Warm sollte das werden. Nun muessen nur noch unsere Apfelbaeume irgendwie wachsen, dann koennten wir jede Menge Apfelschnitzel trocknen und dem Opa Konkurrenz machen. Oder vielleicht koennten wir auch Tomaten trocknen. Katrin trocknet Bananen, lecker. Oder wir koennten kalte kleine Zickis aufwaermen (was hoffentlich nie noetig sein wird).

Ansonsten liegt nun Schnee, die Temperaturen schaukeln sich sehr langsam etwas tiefer, unsere Ziegenboecke haben sich die Koepfe blutig geschlagen, dass einem ganz anders werden konnte, und ich bin ziemlich unwillig, irgendetwas groesseres anzufangen (wie z.B. aufzuraeumen…), bis ich eingezogen bin.

Neulich im Biberwald

Neulich im Biberwald
Vorige Woche war das Wetter bilderbuchmaessig, und Herr und Frau Hoe. goennten sich mal einen Spaziergang. Gereon hatte naemlich bei einem vorherigen Erkundungsgang eine neue Biberbaustelle entdeckt. Es ist ja schon mehr als erstaunlich, was diese doch gar nicht so grossen Tiere anrichten koennen, und wie es scheint, in relativ kurzer Zeit. Es sah aus wie nach einem kleinen Tornado, Baeume wie Mikadostaebe umgelegt. Zu gern wuerde ich mal so ein Ding bei der Arbeit sehen, denn die Spaene, die sie abnagen, sind gewaltig. Ich stelle mir vor, dass denen abends ganz schoen die Zaehne wehtun!

In der Naehe der Biberburg fuehren sie auch ausserdem Baumschnittarbeiten durch. Man konnte erkennen, dass dort offensichtlich schon seit einigen Jahren die Weidenstraeucher regelmaessig gekappt werden. Das „Schnittgut“ wird vor der Biberburg wohl als Wintervorrat gelagert.

Zerlegebetrieb H
Dieses Wochenende dann wieder die Verwandlung in den Zerlegebetrieb Hoentgesberg, wie das ja im Herbst mal so passiert, ein bisschen Dr. Jekyll und Mr Hyde. Sechs Ziegen weniger muessen nunmehr durch den Winter gefuettert werden, was auch gut ist. Adam und Katrin reisten an und haben mit Gereon den ganzen Samstag umgewandelt, von grossen Stuecken in Stew und Hacke, fleischmaessig kann meinetwegen nun der Winter kommen. Zusaetzlich hat Katrin noch gespuelt wie eine Weltmeisterin, waehrend Adam mit Gereon am Haus gewerkelt hat - ein sehr produktives Wochenende also. Ernaehrt haben wir uns zu einem grossen Teil von Quark in allen Variationen - yumyumyum!!

Januskoepfige Jaeger? Oder schlicht gespaltene Persoenlichkeiten?
Gestern morgen sitz ich so unter der Ziege, da kommt Gereon hastig am Fenster vorbei und laeuft Richtung Schlafzimmer. Ich witterte natuerlich Raubzeug und Waffenerfordernis, doch er kam mit der Kamera. Und hier wird gelauert - wer auf wen, das liess sich nicht unmittelbar erkennen. Trudi dachte wohl, sie koenne sich so ein Marderchen schnappen, aber im Gestruepp und auf dem Baum ist der Marder ihr natuerlich sozusagen baumhoch ueberlegen. Der Marder hingegen hatte sich wohl schon vorher an den Schlachtabfaellen gelabt und dabei auf dem Containerdach einen Pansen umherbewegt, no small feat fuer so ein kleines Tier. Erstaunlich, dass er noch nicht im Huehnerstall war.

Inzwischen, also einen Tag spaeter, stellen wir fest, dass der Marder sich wie zu Hause fuehlt. Er marschiert fast mitten durch die Huehner, ohne dass diese Naivlinge die Flucht ergreifen. Watch out, Wichtigvogel! Und natuerlich hat Gereon einen Riesenspass damit (wir erzaehlen das den Nachbarn gar nicht, die wuerden sich an den Kopf tippen!). Er fuettert also den Marder mit Schlachtabfaellen auf dem Containerdach, wo sich auch die Grey Jays zu froehlichen Mahlzeiten einstellen. Heute kam er (Gereon) wieder mit der Kamera angerannt, da sass der Marder sehr dekorativ auf einem an der Holzschuppenwand haengenden Elchschaedel. Das Bild ist nur auf Zelluloid, leider. Der Marder wird wohl auch das Tier gewesen sein, dass mich neulich abends anknurrte und mir doch einen Schreck versetzte und Gereon zur Waffe rief.