Adrenalin am Morgen! Jetzt hab ich also noch mal eine echte Kanada-Busch-Geschichte fuer die geneigte Leserschaft.
Wecker klingelt um 5, wir drehen uns noch einmal um, dann faengt Emmi in der Kueche an zu bellen wie bloede. Zora springt auf und steht am Fenster, und auch auf Gereons freundlichen „Schnauze-halten”-Klaps beruhigt sie sich nicht. Ich gucke mal raus, und da laeuft was ueber den Hof! Kojote? Also Zora rausgelassen, der Gatte aus dem Bett, Emmi aus der Kueche, grosses Tohowabohu, Hunde in die falsche und richtige Richtung (wer lief wohl in die falsche Richtung???), Riesen-Gebell, nix mehr zu sehen bis auf die total aufgeregten Schweine, die mit einer Kopfhaltung, so nah, wie ein Schwein an was Arabisches rankommt, ueber den Hof flitzen. Wir wieder ins Bett. Gebell geht weiter, dann aus einer anderen Richtung, direkt neben dem Haus. Ich gucke doch sicherheitshalber nochmal nach den Ziegen, die beim ersten Aufruhr wie ein Mann, ein Lama vorn, ein Lama hinten, zur hausnahen Ecke gerannt kamen. Und da sehe ich das Tier stehen. Fuenf Meter vom Ziegenzaun, die Hunde davor, und man liefert sich einen klassischen Standoff, die Parteien bewegen sich immer unisono vor- und rueckwaerts und versuchen, sich niederzustarren, Motto: “Wer blinzelt, verliert.” Der Herr Hoe. ist wie der Wind aus dem Bett, Gewehr geholt, geladen und raus, natuerlich in der Unterwaesche. Wenn uns einer gesehen haette!!! Dann knallt der Schuss, doch der Wolf (das inzwischen war klar) faellt nicht um, sondern laeuft weg! Hunde hinterher, aber nix. Gereon in die Klamotten, auch hinterher. Nun kommt auch Severin aus seinem „Bau“, hatte die ganze Aufregung fast verpasst. Bei Ueberpruefung finden wir Blut an der Stelle, wo der Wolf die Ziegen gezaehlt hatte. Also Nachsuche! Emmi zeigt sich desinteressiert (zu bange?). Doch, wer haette das gedacht, der kleine Hund erweist sich an der Leine als prima Schweisshund und fuehrt uns durch das Gestruepp zu dem inzwischen verstorbenen Wolf (was die grossen Hunde sich nicht getraut hatten). Blieb tatsaechlich ein paar Meter vor dem Tier stehen und zeigte mit der Nase immer in die richtige Richtung, aber naeher ran wollte er nicht mehr. Auch ein typisches Foto mit kleinem Hund als Streichholzschachtel fand Nini so total ueberfluessig. Der Schuss hatte dann doch eigentlich sehr gut gesessen, weit war der Wolf, ein Ruede, nicht mehr gekommen. Schade isses schon! Sind ja beeindruckende Tiere, mit immens grossen Zaehnen und Riesenfuessen. Inzwischen habe ich die Beinlaengen mal verglichen: Der Wolf hat locker 10cm mehr Vorderbein als Zora. Wenn er sich verduennisiert haette oder hinterm Dugout geblieben waere, haetten wir ihn auch nur fotografiert. Aber er hatte ganz klar einen Plan, und da kamen Ziegen drin vor. Inzwischen denke ich, dass der unsere gesamten Aktivitaeten schon seit Monaten beobachtet haben muss, Gereon hatte ja auch im Winter immer wieder Spuren eines einzelnen, des sprichwoertlichen Einsamen Wolfes gesehen. Und jetzt waren die Ziegen die zweite Nacht draussen, und da fand er wohl, es sei an der Zeit. Bilder hier nicht, nach der Reaktion auf die Sache mit dem Baerchen wollen wir das lieber lassen. Jedenfalls waren wir dann alle ziemlich wach. Und das alles am 31. Juli im Sommer!
Monthly Archive for July, 2009
Und gar nicht so schlecht. Schliesslich ist Severin hier und unterstuetzt uns tatkraeftig. Aber es ist einfach so viel zu tun, dass ich nicht zum Stillhalten fuer Musenkuesse und auch kaum zu Fahrten in die Stadt fuer die Veroeffentlichung derartiger Kuesse komme. Also Kurzfassung: Allen geht es gut soweit, Zaun ist zu etwa einem Drittel fertig und Ziegen sind drin – wundervoll. Lama hat noch keinen Nachwuchs, doch wir hoffen nach wie vor.


Wie man sieht, verstehen Severin und Amadeus sich praechtig.

Und so sah der Ziegendschungel gestern abend noch aus – Mal schauen, wie sich das in den naechsten Tagen entwickelt…
Es ist heiss, aber fuer die naechsten Tage werden Schauern gemeldet. Die Trockenheit war so heftig, dass das Gras fuer’s wichtige Heu schlecht gewachsen ist, und dann kam/kommt noch eine Heuschreckeninvasion hinzu. Das ist nicht so sehr erfreulich, aber – wie immer – nuetzt ja nix, muessen wir durch. In diesem Sinne schoenen Sommer noch!
Heute morgen zeigte das Thermometer +5 Grad. Plus muss man hinzuschreiben, es haette ja auch Frost geben koennen, eine Warnung war wohl im Wetterbericht. Aber der Regen hat aufgehoert, und die Sonne scheint vom blitzblauen Himmel. Ich hatte glaube ich noch gar nicht erwaehnt, jedenfalls nicht hier, dass ueberall ueber die Trockenheit gestoehnt wurde. Dabei war es nicht wirklich warm, so dass nichts so recht wachsen wollte. Aber jetzt hat ueber einige Tage recht ordentlich geregnet, d.h. bei uns mindestens 2cm (verglichen mit Oberberg wahrscheinlich nur ein Hauch). Ich brauchte nicht zu giessen, und alles ist trotzdem gewachsen. Aber kuehl war es, bei Dieter auf dem Turm war es noch letzte Woche 2.5 Grad in der Nacht, und der armen Katrin sind vor etwa 14 Tagen alle Gurken, Zucchini und so’n Krams befroren. Wir hatten Glueck. Und der angedrohte Hagel ist auch an uns voruebergegangen. Und morgen kommt Severin – things are looking up!
Zwischendurch haben wir noch die letzten unserer Ziegenkinder fuer dieses Jahr bekommen, drei Ganze in ueberraschender Kombination. Und bunt, hier sind die Beweisfotos! Und winzig, das kann man auf den Bildern glaube ich auch erkennen. Das Familienfoto zeigt im Hintergrund links Omma Mafalda, dann mit dem Ruecken zu uns ihre beiden diesjaehrigen Kinder, glaube ich jedenfalls, und rechts neben den Winzlingen, den Enkelchen Skinny Minni und Namenlos, die Mutter Melissa. Die kleinen waren so klein, dass ich ein wenig Sorge um ihr Leben hatte, aber jetzt sind es arge Wildschweine, zusammen mit Halbschwester Puenktchen machen sie den Hof unsicher
Und dann noch Ludwig inkognito:

Und dann ueben wir noch an unserer eigenen Version der Bremer Stadtmusikanten:





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