Monthly Archive for November, 2009

Nur Gutes!

Bis zum Ende der naechsten Woche (eigentlich 14 Tage, aber die erste Woche ist schon rum) habe ich mir vorgenommen, nicht (oeffentlich) zu jammern! Also berichte ich euch heute mal nur Gutes. Zum Einen: Die Strasse ist repariert, also der Erdrutsch futsch! Mehr darf ich nicht sagen, weil ich ja nur Gutes berichten will :-) )

Wirklich gut: Seit letzten Montag hatten wir ein kleines lustiges Huendchen da, Streuner, sehr nett, sah aus wie ein zu heiss gewaschener Hovawart, oder eine Australian-Shepherd-Mischung oder so. Aber kackte in den Zwinger. Das waere dann gestern abend das Todesurteil gewesen. Obwohl ich mir viel Muehe gegeben hatte, das Dingelchen spazierenzufuehren, damit es nicht in den Zwinger kaecksen musste. Und dann kam vorgestern noch ein anderer, natuerlich auch netter Hund. Ruede, gross, Labrador-Rottweiler-Mix, ist meine Schaetzung, lackschwarz und hochglaenzend. Und sehr freundlich! So war ich sehr in Sorge um “mein” kleines schwarzmarkenfarbiges Huendchen mit den lustigen Kippoehrchen. Und dann kam kurz vor Toresschluss – ich fuehrte gerade selbiges Huendchen aus und verabschiedete mich im Geiste schon – kam also ein grosser dicker Mann mit einem winzigen Huendchen im Auto, und ich dachte noch so, na, der will bestimmt keinen neuen Hund. Aber er wollte!!! Und nach langem hin und her entschied er sich (nur unwesentlich beeinflusst von mir) fuer mein Sorgenhuendchen. So wollen wir jetzt alle hoffen, dass es niemals eine Ziege oder ein Huhn scheucht (sowas hat der Mann naemlich), denn dann muss es wieder gehen. Ein kluger Schachzug von dem kleinen Huendchen: der grosse Mann kniete sich zu ihm in den Zwinger und sagte: Shake a paw (gib Pfoetchen)! Und das kleine Huendchen begriff sofort nach einem Uebungslauf, was es tun sollte! Mann strahlt, Huendchen wedelt, und Frau Hoe. frohlockte innerlich und auesserlich. Hoffentlich noch mal gut gegangen!

Mal was ganz anderes!

This is the true joy in life – being used for a purpose recognized by yourself as a mighty one; being thoroughly worn out before you are thrown on the scrap heap; being a force of nature instead of a feverish selfish little clod of ailments and grievances complaining that the world will not devote itself to making you happy. ~George Bernard Shaw

Das kam mir heute in einem von mir abonnierten Newsletter entgegen. Wahrscheinlich sollte ich das Gegreine wirklich aufhoeren und mir mal eine Aufgabe suchen.

Was zum Schmunzeln vom Engelsgemuet

vielen dank, liebe sonja und maren, fuer eure mitfuehlenden worte. ich weiss auch nicht, warum mich niemand fuer einen orden vorschlaegt. aber meine geduld bzw. meine ungeduld sucht natuerlich auswege. so gucke ich z.b. im moment sehr oft zu den nomadics tipi makers, von denen ich schon in deutschland ein tipi hatte. 20′ peile ich an… stangenschaelen habe ich ja ausreichend geuebt. und auf laengere sicht finde ich auch so ein rundes haus aus stroh sehr nett. der anbieter ist ein bekannter von bob, und so schliessen sich die kreise.

jetzt noch was zum schmunzeln (oder zum weinen, wenn man sprachlehrer ist, je nach gusto). schon lange beklage ich ja den graesslichen zustand der rechtschreibfaehigkeiten und -fertigkeiten, nicht nur in kanada. zu meinen aufgaben im neuen job gehoert auch die eingabe von handschriftlichen aufzeichnungen in das verwaltungssystem, und da muss ich dann doch oft schmunzeln, auch mal lauter lachen. gestern suchte ich z.b. eine hunderasse namens “queensland blue heeler”. fuer die nicht so englischen und hundebegeisterten unter euch: es handelt sich um einen huetehund, der bekannt ist fuer seine treibende energie und dafuer, dass er kuehe oder schafe zur erreichung seiner ziele gern in die haxen, die heels, kneift. ich konnte ihn aber in der liste nicht finden, weil jemand (??) ihn eingetragen hatte als “blue healer” – dabei heilt er ja nun gar nicht, der arbeitswuetige hund. auch stolperte ich ueber einen “mayor with problems on her right hind leg”, und ich wunderte mich, wieso hier der buergermeister behandelt wird, bis ich laut las und dann “mare” (stute) hoerte. aber am interessantesten finde ich die namensgebung in diesem lande. originell soll es bitte sein. ich kannte ja schon katzen namens ruger und remington (auch hier wieder fuer die unbedarften: es handelt sich um waffenfabrikate). nun fragte ich eine kundin, warum ihr labrador seinen namen denn “berr” und nicht “bear” schreibt. ich lernte: “berr” ist die abkuerzung fuer “berretta”. alle hunde ihres gatten haben waffennamen… der mann ist gar nicht ungebildet und eigentlich sympathisch, aber jetzt muss ich nochmal nachdenken. auch stiess ich auf einen englischen mastiff namens “ruger” (scheint was besonders gutes zu sein) und einen rottweiler namens “brute”. allerdings auch auf brute’s mitbewohnerin, die wuchtige rottweilerin namens tiny. doch das netteste, fand ich, war der deutsche kurzhaar-vorstehhund namens sise. so stand er bei uns im computer. keine ahnung hatte ich, wie der besitzer das wohl ausgesprochen haben wollte. size? sissy? seissie? dann kam der besitzer, und es schien, dass “seis” die aussprache sei. also fragte ich nach der geschichte des namens. es handele sich, so verkuendete der besitzer stolz, um ein zielfernrohr oder fernglas. aha! alles klar? ich habe das dann im computer geaendert, und ich befuerchte, jetzt ist der hund unauffindbar, weil im alphabet ganz nach hinten gerueckt.
und dann war da noch der jack russel terrier namens P.Nutt(butter). den hab ich leider nicht kennengelernt, der war donnerstag. gerufen wird er jedenfalls butter. auch nicht schlecht :-)

Neues Buero!

Hier sitze ich jetzt! Und bin ziemlich froh darueber, dass ich endlich wieder einen Tisch fuer Laptop, Drucker und Papierkrams habe. Der natuerlich im Nullkommanix voll sein wird. Nicht so gluecklich bin ich ueber die Plastikwaende. Dachte ich doch, es gebe Hoffnung auf eine baldige Fertigstellung und einen echten Umzug nach oben. Da hoerte ich vor ein paar Tagen, als Dieter hier war und Gereon bei der Anbringung der Vapour Barrier (das ist der Plastikkrams, auch Dampfsperre genannt), den Bauherrn sagen, dass er nun die Nase voll vom Dach habe und dieses Jahr die Sperrholzverkleidung nicht mehr anbringen werde. Auch wenn wir ja nicht ironisch sein sollen: Da war ich aber froehlich! Na dann Prost. Und auf eines weiteres Jahr des Wartens.

Live vom Farmers’ Market in Valleyview!

So, dies ist jetzt eine echte Neuerung! Ich sitze auf dem Farmers’ Market und schreibe “live” der geneigten Leserschaft dies. Und ich stelle ein Bild ein, das mir natuerlich mal wieder nicht gerecht wird, aber da kann man nix machen. Die Tischnachbarin hat es geknipst, und wir sagen einfach, dass sie sich mit meiner Kamera nicht auskannte. Aber so ungefaehr sieht es heute hier aus. Dank des kuerzlich erworbenen „sticks“ oder wie man diese drahtlosen Modems nenne bin ich in der Lage, einfach so online zu gehen. Und bis jetzt scheint es auch nicht allzu teuer. Aber das finden wir noch raus. Heute also der erste von zwei Weihnachtsmaerkten. Um mich herum beklagen sich die Verkaeufer anscheinend, aber ich kann wirklich nicht meckern: schon 14 Eimerchen Honig haben den Besitzer gewechselt, und viele Honigtau-Honig-Glaeschen auch. Der Tag hat sich also fuer uns schon gelohnt.

Ansonsten: Das Wetter ist gut, sonnig, frisch, aber nicht zu kalt. Gestern haben wir, weil wir ja noch die Deko fuer den Markttisch basteln mussten, einen schoenen Ausflug in den Wald gemacht, um passendes Holz finden. Da denke ich dann immer, dass schon drei Tage Arbeit in geschlossenen Raeumen eigentlich zuviel sind. Wieviel schoener ist es doch da draussen. Die Luft ist klar und frisch, keine Geraeusche, keine Touristen, nur Voegel, Hoernchen, hin und wieder ein aergerlicher Biber (aber das war beim letzten Mal, jetzt ist fast alles zugefroren). Der kleine Hund hat einen Mordsspass, weil er ja von den Hunden der einzige ist, der ohne Gehhilfe (Leine) rumlaufen darf. So spurt er also uns den Weg, scheucht Hoernchen auf die Baeume und tut sich im Allgemeinen sehr wichtig. Immer noch fliegen die Gaense, wenn auch nicht mehr zu Hunderten. Vor zwei Wochen, auf dem Rueckweg von den Nachbarn, sah Gereon an der Grundstuecksgrenze ein Tier, das er noch nie gesehen hatte. Wir hielten an, und weil noch Schnee lag, haben wir mal nach den Spuren geguckt. Es scheint, es war ein Puma, was sich auch mit dem decken wuerde, was Gereon glaubt gesehen zu haben. Interessant, to say the least. Auch die Wolfs- oder Kojotenspuren kommen naeher. Ob das am nahenden Winter liegt?

Am Montag dann mal wieder ein interessanter Unfall, Gereon rief sogar in der Praxis an: Odette hat sich bei einer ihrer wilden Zaunkarambolage-Aktionen ein halbes Horn abgebrochen, gerade so, dass ein bisschen Knochen rausguckt. Das blutet ziemlich heftig und sieht entsprechend wild aus. Und sie muss auch ordentlich Schmerzen gehabt haben, zeitweilig stand sie zitternd da. Was sie aber nicht daran hindert, mit den verbliebenen Hornresten schon wieder auszuteilen – nicht so klug. Wahrscheinlich bangt sie um ihren Job im Vorstand, denn Blanca, so scheint es, wartet nur auf eine Gelegenheit, um sie zu entthronen. Nun muessen wir mal schauen, ob und wie sowas heilen kann. Karla hat so eine Art Zwei-Komponenten-Harz, mit dem man anscheinend das Loch ausbessern koennte. Bis dahin schlaegt Gereon vor, den abgeschnittenen Finger eines alten Handschuhs mit einer Schlauchschelle am Hornstumpf zu befestigen – eine weitere Hoentgesberg-Loesung, die wir wahrscheinlich einsetzen werden.

Arbeitslosengeld ist noch keines angekommen, so dass die finanzielle Lage spannend bleibt. Dafuer aber schafft Gereon viel zu Hause, und das ist eigentlich viel schoener. Bald, so hoffe ich, koennen wir das Obergeschoss einweihen, d.h. ich kann Krams dort hinschleppen!

An „unserem“ Erdrutsch stehen jetzt Baumaschinen. Die Ampelzeiten sind nochmal verlaengert, die Ampeln weiter auseinandergerueckt worden. Die Anzahl der Schilder hat sich anscheinend verdreifacht. Heute morgen gab es die ueblichen Konferenzen mit laufenden Motoren zwischen Unmengen Arbeitern, aber noch keinerlei wirkliche Aenderung an der eigentlichen Problemstelle. Wir warten weiter. Inzwischen werden schon Witze darueber gemacht, dass wir womoeglich bald ohne Strasse da stehen.

In der Praxis hatte ich neulich einen sehr erfolgreichen Tag. Nachdem schon alle Babykaetzchen

… tja, und hier brach ich dann wegen Kundenansturms ab. Der Tag wurde noch viel erfolgreicher. Und wie ich bereits anfing zu berichten: alle kleinen Kaetzchen haben neue Heime gefunden, und am Montag habe ich in “one fell swoop”, auf einen Streich, gleich zwei Hunde vermittelt. Gut, ich gebe zu, es war ein bisschen gemein. Da kam eine Familie mit einem kleinen Maedchen, deren Malteser (!!??) geklaut worden war. Sie wollten den kleinen Papillon-artigen, aelteren, anscheinend manierlichen Hund abholen, als Ersatz, und da hab ich sie einfach hintenrum zu den Hundezwingern gelotst, und da sass dann noch der kleine Husky-Mischling und greinte herzerweichend. Klar, wen das kleine Maedel wollte. Mama war zwar ansatzweise vernuenftig, aber Papa konnte keinen hintenan lassen, und so zogen sie strahlend mit zwei Hunden ab. Da war ich aber auch mal ziemlich froh.

Und die Strassenreparatur – hat tatsaechlich begonnen. Erstmal mit einer Beleuchtung der Ampeln mit Riesenstrahlern. Interessante Variante. Und dann wird anscheinend das Loch bis ins “gesunde Fleisch” vergroessert. Das macht die Durchfahrt weiterhin spannend. Ist wahrscheinlich ein bisschen wie Zahnreparatur.